Mini-Paradiese zum Verlieben

Privatinseln

Privatsphäre ist King – und wird es wohl auch noch eine ganze Weile bleiben. Nicht zuletzt deshalb stehen private Insel-Paradiese aktuell hoch im Kurs: Kontrollierter Zugang, überschaubare Gästeschar, Villen mit eigenem Pool und Strandzugang – im Grund genommen kann man uneingeschränkten Urlaub genießen, ohne je einem anderen Gast zu begegnen. Hinzu kommt, dass die Besitzer meist Kenner des feinen Lifestyles sind und für ihre Mini-Paradiese individuelle, hochwertige Konzepte entwickelt haben. Dass die Inselchen an den sonnigsten Flecken der Erde liegen, macht sie noch attraktiver. Und pssst … es müssen gar nicht immer die üblichen Verdächtigen im Indischen Ozean sein. Folgen Sie uns zum Island Hopping rund um den Globus!

PRIVATINSEL-TIPPS Islas Secas, Panama

Luxus inmitten einer Jurassic-Park-Kulisse: Das Islas Secas in Panama befindet sich auf einem wild-romantischen Archipel im Golf von Chiriquí. 2020 wurde dem Resort ein frischer Look verpasst. Privatsphäre gibt hier aber nach wie vor den Ton an: Jede der vier Casitas – wie die Zimmer hier genannt werden – ist im Dschungel versteckt und bietet ein bis vier Schlafzimmer. Jede Unterkunft verfügt über eine großzügige Holzveranda mit Plunge Pool und Cabana, alles selbstverständlich uneinsehbar für andere. Neu hinzugekommen sind die drei Tented Casitas: Mit Himmelbetten, von denen aus man direkt ins üppige Grün blickt, riesigen Hängematten und einer Outdoor-Lounge zum Sternegucken. Das ebenfalls neue Spa befindet sich im Zentrum der Insel. Zwei Therapy Tents für Paare mit offenen Wänden sorgen für Dschungelfeeling. Die Therapeuten sind auf die tropische Hitze eingestellt: Sie massieren mit kalten Steinen und setzen kühlendes Aromatherapie-Spray ein. Im Islas Secas geht man auf Meeressafari: Gäste können hier nach Herzenslust Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen und Paddeln. Ob einem dabei kleine bunte Fischchen oder ein Buckelwal begegnen? Alles ist möglich in dieser von Leben wimmelnden Region nahe des Coiba Nationalparks, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört.

Kontakt für Reiseprofis: David Bruce, Agentur Perowne

Kokomo, Fiji

Moderner Luxus mit viel Sense of Place: Auf der Privatinsel Kokomo lassen feine Akzente im Interieur die Gäste nie vergessen, wo sie sich gerade aufhalten: im Inselparadies Fiji. Dieses inspirierte schon Resident Artist Chris Kenyon, der hier bereits mehr als 240 Bilder schuf. Auch Gäste können ihre kreative Seite austoben: Das Kokomo-Team lädt unter anderem zum Korbflechten, Schnitzen, Schmuck herstellen und Sulu-Styling (der traditionellen Bekleidung der Einheimischen) ein. Untergebracht sind die Besucher wahlweise in einer der 21 Beachfront Villen mit bis zu drei Schlafzimmern oder in einer der fünf schicken Residenzen – in der größten kann man sich auf 1.500 Quadratmetern schon mal kurz verlaufen. Alle Unterkünfte verfügen über einen privaten Infinitypool. Wer sich für eine Residenz entscheidet, hat Buggy, Butler und Nanny rund um die Uhr im Preis inklusive. Für alle Gäste gilt: Die Mahlzeiten auf der Insel (inklusive In-Villa-Dining), nicht-alkoholische Getränke, W-LAN, nicht-motorisierter Wassersport und ein Gutschein für Spa und Tauchen sind im Reisepreis enthalten. Gäste der Residenzen bekommen zusätzlich noch den VIP-Service am Airport. Dort kommt man vermutlich schluchzend an, nachdem man bei Abfahrt mit einem sanft schallenden "Isa Lei", dem traditionellen Abschiedslied der Fijianer, beglückt wurde – Gänsehaut-Feeling! Die Insel kann privatisiert werden.

Kontakt für Reiseprofis: Louise Smythe, Global Director of Sales & Marketing

Miavana, Madagaskar

Langsam, gaaaanz langsam passt das possierliche Reptil mit dem aufgerollten Schwanz und den agilen Glupschaugen seine Farbe dem üppig-grünen Busch an, auf dem es sitzt. Immer mehr verschwimmt das Chamäleon mit seiner Umgebung, bis man es nur noch bei genauem Hinsehen entdeckt. Wahnsinn! Auf diese und ähnliche Art können Gäste der Privatinsel Time + Tide Miavana auf Tuchfühlung mit der faszinierenden Tierwelt Madagaskars gehen. Das Resort bietet dafür jedenfalls reichlich Möglichkeiten: Lemuren-Trekking, Heli-Exkursionen zu nahegelegenen Naturreservaten, Tauchen und Schnorcheln mit Wasserschildkröten, Fliegenfischen … was auch immer das abenteuerlustige Herz begehrt. Genial: Helikopterflüge dicht über der Wasseroberfläche zum Beobachten von Walhaien! Und im Anschluss sorgt eine Massage in einer der 14 Villen für Entspannung. Die Ruhe wird auch von Workaholics nicht ruiniert: Hier draußen können W-LAN und Handyempfang schon mal schlapp machen. Um alles andere kümmert sich ein persönlicher Butler rund um die Uhr. Ein ordentlicher Batzen des Übernachtungspreises wird in den Erhalt des Naturparadieses gesteckt. Anreise am besten mit dem resorteigenen per Helikopter ab Nosy Be (Diego Suarez ist zur Zeit geschlossen.)

Kontakt für Reiseprofis: Gabriela Markova, Agentur GM Selection

Necker Island, Karibik

Unternehmer und Milliardär Sir Richard Branson nennt dieses tropische Fleckchen Erde sein "Zuhause": Necker Island in den British Virgin Islands ist ein 30 Hektar großes Romantikparadies mit Bilderbuchstränden, glutroten Sonnenuntergängen und einer exotischen Tierwelt. Uns haben es besonders die putzigen Kattas mit ihren großen Kulleraugen angetan! Alle nur denkbaren Wassersportarten und die Floating Sushi Bar sorgen für VIP-Feeling. Die Insel ist nach wie vor als Buyout buchbar, doch auch die Möglichkeiten für Individual-Reisende und Kleingruppen werden immer mehr. Neben dem Great House mit elf Schlafzimmern und den beiden Bali Houses mit Privatpool für jeweils sechs Personen gibt es in diesem Jahr auch wieder die "Celebration Weeks", in denen einzelne Zimmer gebucht werden können. Von April bis November finden sie statt – mit Ausnahme von Mai und Juni ­–, die Preise beginnen bei 5.150 US-Dollar pro Doppelzimmer. Reisebüros verdienen ordentlich mit: Für Aufenthalte von mindestens fünf Nächten bis 15. Juni 2021 gibt's 15 Prozent Provision.

Kontakt für Reiseprofis: Vanessa Rothery, Regional Director of Sales

Nukutepipi, Französisch-Polynesien

Weit, weit weg: Sagenhafte 6.000 Kilometer sind es von Nukutepipi Private Island inmitten des Pazifiks bis zum nächstgelegenen Kontinent. 16 Villen liegen verstreut auf dem Inselchen, das eines der kleinsten Atolle des Tuamoto Archipels ist. Die kaum berührte Natur auf und rund um dieses Hideaway lässt Gäste mit allen Sinnen in die Destination eintauchen – von gänsehautverursachenden Unterwasser-Begegnungen mit gigantischen Walhaien bis hin zum morgendlichen Gezwitscher tropischer Vögel. Wer gerade nicht mit der Natur auf Tuchfühlung geht, kann sich im Yoga Room, im hervorragend ausgestatteten Spa, im Kino, in der Sternwarte oder im Wassersport-Zentrum vergnügen. Oder doch lieber eine Partie Tennis? Eingeflogene DJs finden ein komplettes Sound-System mit allem Drum und Dran vor. Ja, eine Krankenstube gibt es auf der Insel ebenfalls. Nur als Buyout buchbar für Gruppen von bis zu 52 Gästen. Spannend: Die Betreibergesellschaft South Pacific Management hat gerade ein neues kleines Juwel in ihr Portfolio aufgenommen, das Motu Nao Nao in der Lagune von Raiatea. Eröffnungsdatum und Preise stehen noch nicht fest.

Kontakt für Reiseprofis: Sales & Marketing Director Sophie Bessou

Song Saa, Kambodscha

Mini-Paradies mit Mission: Auf der kambodschanischen Privatinsel Song Saa wird Nachhaltigkeit gelebt. Von energiesparenden Villen bis hin zu recyceltem Holz von ehemaligen Fischerbooten trifft der Gast auf viele kluge Ideen. In einer davon kann man sogar schnorcheln: Die Riffe rund um die Insel sind geschützt, das Resort kümmert sich um die Pflege und den Erhalt – die Fische danken es mit einem Farbspektakel! Und auch hinter den Kulissen tut sich Gutes: Die Song Saa Foundation setzt sich für den Erhalt der Natur ein und engagiert sich für die Gemeinden des Archipels. Luxus kommt trotzdem nicht zu kurz: Jungle Villas, Overwater Villas und natürlich die Royal Villa ­– alle Unterkünfte bieten viel Privatsphäre, die meisten auch einen eigenen Pool. Einen Kid's Club gibt es nicht, und das aus gutem Grund: Das Resort schafft für Familien ganz gezielt "We-Time". Für die gemeinsame Zeit werden Erlebnisse mit Erinnerungswert kreiert, etwa Schatzsuche am Strand, Pizzabacken und Bäume pflanzen. Paare schätzen die Segnungszeremonien durch lokale buddhistische Mönche, die Song Saa auf Wunsch organisiert.

Kontakt für Reiseprofis: Katharina Gempp, Agentur Ulli Fink Tourism Marketing

Das sagt die Branche

Woran erkennt man eigentlich eine hochwertige Privatinsel?

"Als Spezialist hat Vladi Private Islands immer rund 200 Inseln im Portfolio. Für mich ist bei allen die enge Zusammenarbeit entscheidend: Ich muss mich hundertprozentig auf den Partner verlassen können und erwarte auch bei plötzlich auftretenden Problemen ein lösungsorientiertes Denken. Fehlende Kommunikation kann eine von unserem sechsköpfigen Reiseservice-Team bis ins kleinste Detail organisierte Reise komplett ruinieren. Wichtig zu wissen: Das typische Bild einer hochwertigen Insel mag vielleicht enormer Luxus gepaart mit feinem Sandstrand und türkisblauem Wasser sein, allerdings gibt es durchaus auch Kunden, die eine einsame Blockhütte bevorzugen und beispielsweise den nicht vorhandenen Handyempfang und die Ruhe als absoluten Luxus empfinden. Aktuell erleben wir eine relativ große Nachfrage, insbesondere für den Indischen Ozean und die Karibik. Wir verzeichnen extrem viele kurzfristige Anfragen und können somit auch in dieser schwierigen Zeit gute Umsätze generieren. Das Fernweh der Kunden ist trotz Reisebeschränkungen und teils hohen Inzidenzwerten extrem groß. Doch aufgrund der außergewöhnlichen Situation möchten sich viele verständlicherweise isolieren und den Urlaub in sehr privater Atmosphäre genießen. Meiner Ansicht nach ist eine Privatinsel da die optimale Lösung und entspricht dem Zeitgeist. Momentan sind die jeweiligen Einreisebestimmungen und Restriktionen eine große Hürde. In diesem Zusammenhang ist die medizinische Versorgung vor Ort ein nicht zu unterschätzender Punkt, welcher ebenfalls gerne erfragt wird. Oft spielt aber auch die logistische Komponente eine Rolle, insbesondere bei größeren Gruppen, bei denen die Anreise natürlich reibungslos verlaufen muss. All diese Punkte klären wir mit unseren Reisebüro-Partnern, mit denen wir grundsätzlich eine langfristige Zusammenarbeit anstreben."

Christian Brockhoff, Branch Manager Vladi Private Islands GmbH

Fazit

Halb Deutschland ist derzeit reif für die Insel – aber bitte eine, auf der man möglichst ungestört ist. Dafür muss man auch kein gigantisches Budget mehr mitbringen: Die Krise hat bei vielen Anbietern zu einem Umdenken geführt, so dass sie ihre Edel-Eilande nicht mehr ausschließlich für Buyouts anbieten, sondern auch einzelne Villen und Residenzen buchbar machen. Daraus ergeben sich spannende neue Reinschnupper-Möglichkeiten für Stammkunden! Dennoch sind die Raten noch so gestaltet, dass man als Reiseberater gut damit arbeiten kann. Und wer weiß: Vielleicht ist ja der ein oder andere Kunde so von "seiner" Insel angetan, dass beim nächsten runden Geburtstag dann doch ein Buyout folgt.

Text: Iris M. Köpke