Ausprobiert: Maslina Resort, Kroatien


Kurz eröffnet ­– zack, Pandemie – und nun endlich eine richtige Sommersaison: So könnte man das noch junge Dasein des 2020 eröffneten Maslina Resorts auf Hvar zusammenfassen. Ein holpriger Start für eine große Mission: Das Resort-Team hat es sich zum Ziel gesetzt, Hvar als Luxusdestination zu etablieren. Seit Mitte Juni läuft nun der normale Gästebetrieb. LuxusInsider durfte zum Start vorbeischauen!

Ein Erlebnisbericht von LuxusInsider-Chefredakteurin Iris M. Köpke

Die Lage

Wussten Sie, dass die Insel Hvar auch eine ruhige Seite hat? Hier findet sich fernab von Jetset-Partys das Maslina Resort, fußläufig zur pittoresken Stadt Stari Grad. Die Anreise ist über Split am sinnvollsten, etwa mit Croatia Airlines (direkt ab FRA, MUC, DUS, BER, VIE und ZRH), Lufthansa oder Austrian Airlines. Am Flughafen steigt man flugs in das flaschengrüne und sehr geräumige Speedboat des Resorts um. Das ist nicht nur schick, sondern auch praktisch: Der Check-in erfolgt direkt an Bord, niemand muss bei Ankunft Papierkram erledigen.

Um das Maslina Resort bei der Sausefahrt über das unglaublich tiefblau leuchtende Meer zu erspähnen, braucht man Adleraugen: Mit seiner dunklen Holzverkleidung kuschelt es sich geradezu zwischen die Bäume. Direkt am Resort darf das Boot leider nicht anlegen, aber die Pier ist keine drei Minuten Autofahrt entfernt. Herzlich willkommen! Hausgemachte Ingwer-Limonade gefällig?

Die Zimmer & Suiten

Der erste Eindruck: Ich habe viel, viel Platz. Und sehr viel Tageslicht. Das Bett in meinem Premium Bay Room ist so ausgerichtet, dass man beim Aufwachen über den riesigen Balkon hinweg direkt auf die Adria blickt. Der offene Kleiderschrank aus hellem Holz wirkt wie "aufgeklappt" ­– und sorgt dafür, dass ich mich nie allein fühle: Jedes mal, wenn ich daran vorbeigehe und einen leichten Windzug erzeuge, klirren die goldfarbenen Metall-Bügel aneinander und klingen wie kleine aufgeregte Feen. Jetzt bin erstmal ich aufgeregt, denn: Es gibt keine Toilette. Im Badezimmer: nichts. Nicht weiter ungewöhnlich, sind die Toiletten in Luxushotels doch oft in separaten Räumchen. Doch die einzige andere Tür ist die Verbindungstür ins Nebenzimmer… hätte es doch nur ein Rooming gegeben! Dann endlich entdecke ich die Tür zum gelobten Porzellan hinter dem Kleiderschrank. Nichts wie rein da! Und ich stehe in vollkommener Dunkelheit.

Und das ist gewollt: Die Wände sind pechschwarz gestrichen, Toilette, Wasserhahn, Spülpanel & Co sind mattschwarz, einzig das kleine weiße Waschbecken schimmert hell. Natürlich gibt's auch Licht, aber selbst das ist gedämpft. Denn, so die Philosophie dahinter: Kein Licht ohne Schatten, man kann das taghelle Zimmer erst dann so richtig würdigen, wenn man aus dem Dunkel heraustritt. Interessant – und gut, dass ich schwarz mag.

Das Badezimmer ­– hinter richtigen, undurchsichtigen Wänden und einer richtigen Tür (Hallelujah!) ­– hält diverse Hingucker bereit. Eine eckige, hölzerne Badewanne! Eine Spezialanfertigung für das Resort, wie ich später erfahre. Und das langgezogene Doppelwaschbecken stammt – ebenso wie der massive, 12-Tonnen-Brocken, der in der Lobby als Rezeptionstresen dient ­– von der Nachbarinsel Brac, die für eben diesen weißen Kalkstein berühmt ist.

Insgesamt gibt es 53 Einheiten im Resort, darunter 17 Suiten und drei Villen. Die Zimmer sind in acht Kategorien unterteilt. Ein ernst gemeinter Rat: Empfehlen Sie Ihren Kunden, sich zwischen Pool Suite und Garden Suite zu entscheiden. Die Pool Garden Suite (Foto) hat nämlich den Nachteil, dass nur eins der beiden Elemente nach vorn zum Meer hinausgeht. Das zweite, in diesem Fall der Pool, wurde in eine Art Mini-Hinterhof zwischen drei hohe Mauern geklemmt und überzeugt entsprechend weder mit Charme noch mit Ausblick. Zwar verfügen die Suiten über eine Sitzecke, diese besteht allerdings aus einem Tisch und zwei sehr niedrigen, nach hinten gelehnten Stühlen, die wohl das minimalistische Design des Hauses unterstreichen sollen. Stellen Sie sich einfach kleine Ausgaben eines Deck Chairs vor. Schick, aber wie man bei Inanspruchnahme des Room Service so am Tisch essen soll, bleibt ein Rätsel. Bei aller Begeisterung für Minimalismus – eine Couch hätte der Suite schon ganz gut getan. Daumen hoch gibt's für die Tatsache, dass die Mini-Bar in allen Zimmerkategorien kostenlos ist.

Die Villen

Neben den Zimmern überzeugen vor allem die Villen, insbesondere die größte unter ihnen: Villa Uvala (Foto) bietet fünf Schlafzimmer. Tolles Design, riesige Herz-des-Hauses-Küche, moderner Grillpatz, viel Tageslicht und eine Lage direkt am Meer. Fetter Pluspunkt, denn zwischen den Hauptgebäuden mit den regulären Zimmern und Suiten und der Adria liegt noch eine (wenig befahrene) Straße. Die Villa Uvala verfügt auch über ein eigenes Gym und einen privaten Wellness-Bereich. Der Garten hier trägt diese Bezeichnung zu Recht, und der große Pool direkt am Meer macht Lust, sofort ins Türkisblau zu hüpfen. Auch preislich überzeugt die Villa: Wer hier zu zehnt einzieht, zahlt pro Person weniger pro Nacht als für mein Premium Bay Doppelzimmer fällig wäre.

Die Kulinarik

Es gibt nur ein Restaurant im Resort. Executive Chef Serge Gouloumès besteht zwar trotz offensichtlich vorhandener Fremdsprachen-Kenntnisse darauf, dass man mit ihm in Französisch parliert, aber kochen kann er. Und zwar fantastisch! Für seine raffinierten Gerichte (diese Gazpacho! (Foto)) verwendet er viele Zutaten aus dem resorteigenen Garten, in dem es von duftenden Kräutern und Gemüsesorten nur so wimmelt. Kein Wunder, dass Relais & Châteaux das Haus aufgenommen hat, bevor es richtig eröffnet war. Das im Übernachtungspreis inkludierte Frühstück ist ebenfalls hervorragend ­– ein guter Start in den Tag! Auch die Bar bedient sich fleißig im Resort-Garten und stellt etwa eigene Liköre und Sirup-Kreationen mit Zitrone und Salbei her. Die Signature Cocktails (Tipp: der Poolside!) wurden vom renommierten Mixologist Chris Edwardes entworfen. Mit ein bisschen Glück trifft man ihn persönlich: Der Brite und seine Frau leben mittlerweile auf Hvar, weil sie ihr Herz an die Insel verloren haben. Gut zu wissen: Im kommenden Jahr soll zusätzlich eine Beach Bar im Maslina Resort eröffnen.

Das Spa

Beim Betreten des Spa-Gebäudes spielt eine Mitarbeiterin sanft auf der Hank Drum. Dann darf ich schnuppern: Vier ätherische Öle, hergestellt aus lokalen Pflanzen, stehen zur Auswahl. Mit meinem Favoriten Lavendel werde ich heute massiert. Erst noch einmal gründlich umschauen: Viel Tageslicht, Grünpflanzen und ein helles, minimalistisches Design bestimmen den Look. So minimalistisch, dass keine Schilder angebracht werden dürfen. Stattdessen soll ein Gast jederzeit von einem Spa-Mitarbeiter begleitet werden – soweit die Theorie. Hm, niemand zu sehen. Kleiner Faux-Pas-Abstecher in die Herrenumkleide, was macht das schon…

Vor meiner Massage (Achtung: Selbst für ein Luxushotel sind die Preise saftig!) geht es noch zu einem Treatment, das in Europa wohl nur wenige Wellness-Tempel anbieten: Sound Healing, also Klangschalen-Therapie (Foto). Diese wird durchgeführt von Damien, Reiki-Master und Bruder von Hotel-Eignerin Maude. Diiinnnng.... Donnnnggg... ding-ding! Tatsächlich spürt man die Vibrationen der ringsum aufgestellten Klangschalen körperlich. Toll für spirituell veranlagte Gäste, für alle anderen eine (ent-)spannende Erfahrung.

Das Pharomatiq Spa ist das Herzstück der umfassenden Wellbeing-Philosophie des Hauses, das "Mindful Luxury" anbietet. Schon morgens treffen sich die Gäste im Spa-Garten zur kostenlosen Yoga-Session, auch Meditation und sanfte Fitness gehören hier zum holistischen Konzept. Dieses umfasst auch einen Back-to-Nature-Ansatz: Es wird nur natürliche Maniküre angeboten, Gel-Nägel oder Haarefärben sind verpönt. Künftig sollen auch Wellness-Menüs gereicht werden, um die Säulen Wellness, Bewegung und Prävention um das Thema Food zu ergänzen. Apropos Bewegung: Empfehlen Sie Ihren Kunden unbedingt den Fitnessraum! Der ist nicht nur gut ausgestattet, sondern auch unfassbar schick, dank der hölzernen Geräte der schwedischen Edel-Marke Nohrd. So stylish kann ein Laufband aussehen?!

Bei den ganzheitlichen Wellness-Immersions haben Gäste zudem die Möglichkeit, schon vor der Anreise einen DNA-Test zu absolvieren. So kann exakt auf die individuellen Bedürfnisse des Körpers eingegangen werden, und bei Ankunft stehen Ärzte, Heilpraktiker und Therapeuten schon für alle Behandlungen bereit.

Der Service

Zum Zeitpunkt des Test-Besuchs waren gerade mal zwei Wochen mit "echten" Gästen in nennenswerter Anzahl vergangen (Einreise-Restriktionen sein "Dank"). Und das merkt man: So richtig ist das Team nach der Zwangspause noch nicht eingegroovt, obwohl sich einzelne Mitarbeiter sehr herzlich und aktiv um die Gäste bemühen. Dennoch… wie heißt es so schön: Das üben wir noch mal.

So bleibt es etwa ein Mysterium, warum die beiden Pool-Handtücher in den hübschen Leinenbeuteln auf dem Zimmer nicht nachgereicht werden, wenn man sie verwendet (und nass am Pool liegen lassen) hat. Nur zwei Pool-Besuche pro Aufenthalt inklusive…?

Auch die Nachfüll-Strategie bei den Beauty-Produkten im Bad und den Getränken aus der Mini-Bar erschließt sich nicht zwingend. Und was dem von mir noch nicht angerührten Kaffeepulver auf dem Zimmer zugestoßen ist, das sich von einem Tag auf den anderen in Luft auflöst, klärt sich nur durch Zufall: Das zuvor prominent neben Tee und Wasserkocher platzierte Glasröhrchen wurde durch eine Metalldose ersetzt, die nun in einer der vielen Schubladen liegt. Aha.

Was vielleicht am meisten fehlt, ist ein gewisses Einfühlen in den Gast. Finde ich es großartig, wenn ich mein Zimmer erstmals beziehe und beide Balkontüren weit geöffnet sind, um frische Luft hereinzulassen und das Meer in Szene zu setzen? Vielleicht. Aber das damit zwangsweise auch die Innengastronomie für die hier reichlich vorhandenen Mücken eröffnet wird, wirkt wenig durchdacht. Fliegengitter wären ein Sahnehäubchen!

Die Aktivitäten

Weit muss man sich nicht von seinem Zimmer entfernen für einen Vorgeschmack auf Hvar: Auf Wunsch arrangiert das Resort Wein- und Olivenöl-Tastings mit lokalen Produkten, der hauseigene Sommelier ermöglicht mit faszinierenden Hintergrund-Storys einen Einblick in die Inselhistorie und ihre Agrar-Protagonisten.

Doch lieber ein bisschen Bewegung? Die nahegelegenen Orte Vrboska und Stari Grad sind nicht nur hübsch anzuschauen, sondern entfalten bei einem Stadtbummel mit ­– Tipp! – Guide Carmen auch ihre ganz eigene Persönlichkeit. Wer noch mehr Gas geben möchte, leiht sich eins der super-stylishen Cocomat-Holzräder des Resorts. Auch als E-Bike zu haben! Und natürlich kann das schicke Speedboat des Resorts ebenfalls für private Touren gebucht werden. Auch das ist kein Schnäppchen, aber mega-schön!

Diverse Anregungen für schöne Ausflüge in der Umgebung finden sich im Hotel Directory im Zimmer, das hier "Storybook" heißt. Zu empfehlen ist etwa eine Stippvisite im historischen Dörfchen Humac aus dem 13. Jahrhundert. Hier hat sich über die Zeit nur wenig verändert, heutzutage ist der Ort eine Art kleines Freilichtmuseum. Toll für Fotografie-Begeisterte!

Wer einmal authentische Inselküche und die berühmte Gastfreundschaft der Kroaten erleben möchte, sollte sich auf den (langen, ungeteerten) Weg zur Konoba Maslina machen. Das schnuckelige familiengeführte Restaurant (Foto) überzeugt nicht nur mit hausgemachten Köstlichkeiten und einem 360-Grad-Panorama über die Insel: Der Charme des Besitzer-Ehepaars erobert Herzen im Sturm. Noch nicht genug gesehen? Für alle weiteren Aktivitäten sitzt tagsüber in der Lobby des Maslina Resorts ein Experience Designer, der individuelle Wünsche erfüllt.

Fazit

Lage, Luxus-Philosophie, Design und Qualität der Ausstattung – an all das kann man beim Maslina Resort getrost einen Haken dran machen. Passt! Insbesondere das Spa mit seinem engagierten Team und dem ganzheitlichen Ansatz dürfte den Zeitgeist treffen. Die Preisgestaltung ist zum Teil eher für den US-Markt ausgelegt als für die preis-leistungsbewusste deutschsprachige Zielgruppe – dazu passt auch die jüngst verkündete Mitgliedschaft bei Virtuoso. Der Service dürfte sich schnell einspielen, die wirkliche Herausforderung wird es sein, das Image von Kroatien als Budget-Destination aus den hiesigen Köpfen zu bekommen. Hvar jedenfalls bietet alles, was sich der moderne Luxusurlauber wünscht.

Kontakt für Reise-Profis: Marija Barba, Sales Manager