Branchenblick

EMU Exclusive Travel gründet Luxus-Community

Um als Luxusreise-Veranstalter seinen Umsatz zu steigern, kann man viele Wege einschlagen. Der in Heilbronn ansässige Spezialist EMU Exclusive Travel wählt einen, der zur Zeit im Trend liegt: Er möchte hochkarätige mobile Reise-Designer unter dem Dach einer neuen Community versammeln. Und wirft dafür – entgegen des Zeitgeistes – erstaunlich viel in die Waagschale.


von Iris M. Köpke

Die Kunden begeistern, ihnen so viel abnehmen wie möglich und rund um die Uhr eine bestmögliche Betreuung zu bieten – die Herangehensweise des Heilbronner Luxusreise-Spezialisten EMU Exclusive Travel dürfte vielen von Ihnen, geschätzte Leser, aus dem Herzen sprechen. Nun möchte Inhaber und Geschäftsführer Ergül Altinova expandieren. Und das nicht irgendwie: Anstelle andere Spezialveranstalter aufzukaufen oder einen Schwung neuer Mitarbeiter einzustellen, ruft der Unternehmer jetzt mit seiner Luxusmarke Tom's Private Travel ein Netzwerk für mobile Luxusreise-Verkäufer ins Leben. Gibt's doch alles schon? Jein.

Das Konzept ist in der Tat keine Neuerfindung des Rads: Mobile Reiseberater, die über einen Kundenstamm im Luxussegment verfügen, können sich dem neuen Selected Designer's Circle anschließen. Mit ihnen wird ein individuelles Vergütungsmodell vereinbart, im Gegenzug haben sie Zugriff auf das umfangreiche Edel-Portfolio von EMU. Denn: Auch wenn die neue Community unter der Marke Tom's Private Travel läuft, so können die Mitglieder ebenfalls auf die Golf- und MICE-Produkte der beiden anderen EMU-Nischenmarken Golf Extra und Becite zugreifen. Die Reiseverkäufer bleiben somit selbstständig und können sich auf das konzentrieren, was ihnen in der Regel auch am meisten Freude macht: die persönliche Kundenpflege und das Ausgestalten einzigartiger Reisen. Das "Pflichtprogramm" aus Back-Office-Leistungen, Veranstalterhaftung und Co. übernimmt Tom's Private Travel. So weit, so bekannt.

Schaut man allerdings auf die Details, wird es spannend: In der Ausgestaltung der Zusammenarbeit mit dem Selected Designers' Circle zeigt sich eine finanzielle Großzügigkeit, die in unserer knapp kalkulierenden Branche alles andere als gewöhnlich ist. Den Flug zu einem Fernreise-Fam-Trip? Übernimmt Tom's Private Travel. Den schicken Kundenabend inklusive Speisen und Getränke? Ebenfalls, auf Wunsch auch die Akquise von Partnern und die Vorbereitung der Präsentation. "Der Reiseberater kann einfach nur ein perfekter Gastgeber sein", so Ergül Altinova.

Und da hört's noch lange nicht auf: Auch beim Versand hochwertiger Kundenbriefe und weiteren Marketing-Aktionen ist die Zahlungsbereitschaft hoch. Und selbst Arbeitszeit wird investiert: Möchte ein Mitglied des Selected Designers' Circle beispielweise einen individuellen Newsletter für seine Kunden erstellt oder eine eigene Website gestaltet haben, wird alles nach seinen Wünschen gebaut. "Wir haben die Manpower, und ich scheue nicht davor zurück, in gute Reiseberater zu investieren – das mache ich ja bei meinen fest angestellten Mitarbeitern nicht anders", sagt der EMU-Chef. Und greift sogar noch ein bisschen tiefer in die Tasche: Zeitnah soll ein gut vernetzter Luxusreise-Profi für das Head Office in Heilbronn eingestellt werden, der als fester Ansprechpartner ausschließlich den Selected Designers' Circle betreut.

Künftig soll es dann so laufen, dass sich die Mitglieder des Selected Designers' Circle auf einer eigenen Plattform einloggen können und dort die Kundenwünsche eingeben. Das Team von Tom's Private Travel erstellt daraufhin eine Kalkulation und eine ansprechende Präsentation, die der Berater seinem Kunden zeigen kann. Nettes Schmankerl: Durch die Mitgliedschaft von Tom's Private Travel beim internationalen Luxusreise-Netzwerk Traveller Made kann der Kunde von zusätzlichen Benefits bei den Anbietern profitieren.

Den beiden häufigsten Sorgen bei einer derart gestalteten Zusammenarbeit nimmt Ergül Altinova direkt den Wind aus den Segeln: "Die Kunden der Travel Designer bleiben selbstverständlich deren Kunden und werden von uns nicht angerührt. Das praktizieren wir schon seit Jahren mit Golf Pros, die über uns Golfreisen anbieten." Auch zum Thema Bezahlung nimmt er klar Stellung: "Die Provisionen werden sehr zeitnah ausgezahlt. Geht etwa die Anzahlung eines Kunden bei uns ein, erhält der Reiseberater seinen Provisionsanteil innerhalb weniger Werktage."

Wie all das möglich ist? So, wie es auch sonst in unserem Segment funktioniert: Über Klasse statt Masse. Ziel des Selected Designers' Circle sind nicht hunderte von Mitgliedern, nicht einmal 50 sollen es werden. "Ich möchte in zwei Jahren rund 20 richtig gute Travel Designer in der Community vereinen", so Altinova. Dafür investiert er auch seine eigene Zeit: Aktuell trifft er sich mit ersten seriösen Interessenten aus dem DACH-Markt – und reist persönlich an deren Wohnort, um seine Wertschätzung auszudrücken.

Von diesem exklusiven Mini-Netzwerk sollen die Teilnehmer künftig auch profitieren. Geplant ist ein Meeting pro Quartal zum Austausch und Networking der hochkarätigen Reiseverkäufer untereinander. "Ich möchte, dass diese Community eine richtige kleine Familie wird – so, wie es unser EMU-Team auch ist!" zeigt sich Altinova enthusiastisch. Und, Sie ahnen es: Die Reisekosten werden übernommen. Doch da hört die Vision des Geschäftsführers noch lange nicht auf: "Mein Ziel ist es, dass jeder dieser Travel Designer zwischen 5.000 und 7.000 Euro im Monat verdient. Und wir wollen die Community so etablieren, dass diese in Zukunft zu den ersten Gruppen gehört, die zu einem Soft Opening eingeladen wird."

Was es bedarf, um beim Selected Designers' Circle mitzumachen, ist nicht in starre Vorgaben gegossen. Einen hochwertigen Luxuskundenstamm sollte man mitbringen, ebenso wie das Vertrauen ins eigene Verkaufstalent, mindestens "400.000 bis 500.000 Euro Umsatz pro Jahr zu machen – oder ein entsprechendes Potenzial aufzuzeigen", umreißt Altinova seine Vorstellungen. Natürlich solle man auch die Werte des Unternehmens teilen. "Gesucht sind Travel Designer, die unsere Vision verstehen und mit Leidenschaft ein Teil dieses großen Ganzen sein möchten."

* * * * *