DESTINATION MIT CHARME


Dubai

Ganz langsam füllen sich die Flieger wieder. Vor allem in Richtung Dubai steigt die Nachfrage. Immerhin ist das Emirat eines der wenigen halbwegs fernen Ziele, die man derzeit gut bereisen können soll. Doch ist das wirklich so? Ich habe mich also aufgemacht zu meiner ersten Flugreise seit Beginn der Pandemie und geschaut, wie locker sich Dubai tatsächlich schon gemacht hat. Tatkräftig unterstützt hat mich dabei die neue Luxus-DMC Happy Travel. Und eins kann ich schon jetzt sagen: Happy war ich nach den Tagen in Dubai, die sich richtig schön nach Normalität anfühlten, auf jeden Fall!

Ein Erlebnisbericht von LuxusInsider Senior Editor Cathrin Lührs

Die Ausgangslage

Ich will ganz ehrlich zu Ihnen sein: Maske tragen bei über 40 Grad ist absolut kein Vergnügen. Aber das ist tasächlich auch schon der einzige Haken, mit dem sich Dubai-Reisende arrangieren müssen. Denn getragen werden muss das lästige Ding überall, auch draußen. Dafür bekommt man im Gegenzug eine große Portion Normalität. Restaurants, Hotels, Shops, Attraktionen – alles offen. Seit Kurzem dürfen die Hotels sogar wieder eine Auslastung von 100 Prozent fahren, den Impfungen und der somit auch sinkenden Inzidenz sei Dank. Generell scheinen die Emiratis das Problem Corona recht pragmatisch anzugehen. Nach einem kurzen Komplett-Lockdown im Frühjahr 2020 ging man recht schnell zur Normalität über, jedoch mit strengem Hygienekonzept. Verstöße werden mit empfindlichen Geldbußen geahndet. Das führt natürlich dazu, dass man in Dubai sehr diszipliniert ist, was den unliebsamen Gesichtsschmuck angeht. Und ja, abnehmen ist auch mal erlaubt, etwas am Tisch in den Restaurants, am Pool und natürlich im eigenen Hotelzimmer. Absolut machbar, denn das Gefühl, endlich wieder die Welt sehen zu können, schlägt einfach jede Masken-Abneigung. Und übrigens: FFP2-Masken eignen sich prima für den Flieger. In Dubai selbst sollte man allerdings lieber zu OP-Masken greifen, denn in der aktuellen Sommerhitze wird das Atmen ansonsten doch stark erschwert.

Die DMC: Happy Travel

Für meinen ersten Dubai-Trip seit sechs Jahren habe ich mir einiges vorgenommen. Schließlich wächst kaum eine Stadt so rasant wie diese Metropole. Die Wunschliste für Site Inspections, die ich meinem Ansprechpartner Chamara bei Happy Travel zu Beginn der Reiseplanung geschickt hatte, war ellenlang. Außerdem wollte ich etwas erleben, dass ich bei meinen fünf vorherigen Besuchen noch nicht kennengelernt hatte und dass auch im deutschen Markt noch nicht hinreichend bekannt ist. Perfekte Vorlage für Chamara, der nur seine beeindruckende Kontaktliste bemühen musste und mir in Nullkommanichts ein schon recht ansehnliches Itinerary präsentierte. Stadt, Berge, Wüste? Kein Problem. Hier und da wollte ich Änderungen, die immer prompt umgesetzt wurden. Auch eine zusätzliche Site Inspection, die ich wenige Tage vor Anreise eingefügt haben wollte, wurde blitzschnell arrangiert. Eins mit Sternchen für die Flexibilität! Auch meine in diesen Zeiten berechtigten, aber vielleicht auch lästigen Fragen nach PCR-Tests (wird unkompliziert im eigenen Hotelzimmer erledigt) und Impfstatus meines Fahrers (ja, er ist geimpft und trägt immer Maske) wurden zufriedenstellend beantwortet und auch organisiert.

Schon mein Empfang am Airport ist VIP-gerecht: Ich werde von einem Angestellten des Ahlan VIP Meet and Assist Service begrüßt, der mich schnell an den Schlangen vorbei zur Immigration bringt. Er kümmert sich um alles, zeigt für mich meinen Pass und den PCR-Test vor und nach nicht einmal 20 Minuten habe ich auch schon mein Gepäck und werde am Ausgang von Happy Travel begrüßt. Mein Fahrer Haneefa, der zum Schwester-Unternehmen TLT Luxury Transport gehört, ist zuverlässig wie ein Uhrwerk und quasi rund um die Uhr sofort zur Stelle, sobald ich meine Abfahrtsbereitschaft per Textnachricht ankündige. Ganz gentleman-like ist er stets zuvorkommend und fast schon enttäuscht, wenn ich die Autotür öffne, bevor er zur Stelle ist.

Gut zu wissen für Reisebüros: Happy Travel arbeitet ausschließlich im Luxusbereich und bietet maßgeschneiderte Private Services an. Kurze Antwortzeiten auf Anfragen nennt die DMC als einen ihrer USP. Für Agents gibt es eine eigene B2B-Buchungsplattform, deutsche Reisebüros sind sehr gern gesehen. Im Team von Happy Travel sitzt zudem eine deutschsprachige Mitarbeiterin. Mit vielen Luxushotelketten gibt es exklusive Verträge, ebenso hat Happy Travel eigens verhandelte Green-Fee-Raten für alle Golf-Clubs in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Luxusautos von TLT Luxury Transport fahren exklusiv für Four Seasons in Dubai und Mandarin Oriental Jumeira ­– und eben für die Gäste von Happy Travel.

In Begleitung von Chamara geht es für mich auch nach Hatta, Dubais Enklave in den Bergen an der Grenze zu Oman. Erwartet hatte ich kühlere Temperaturen als in der Stadt, empfangen haben mich sage und schreibe 44 Grad und ein Wind, der sich original wie mein Haartrockner anfühlt. Welcome to Hatta! Wer nicht wie ich im Sommer herkommt, kann auf dem Stausee (Foto oben) Kajak fahren oder im Hatta Wadi Hub verschiedenen sportlichen Aktivitäten nachgehen. Hoch im Kurs ist die Region bei Rad-Profis, die zu Trainigslagern nach Hatta kommen und im JA Hatta Fort Resort (Foto unten), dem einzigen Hotel der Gegend, unterkommen.

Flüge aus Hamburg kommen in Dubai derzeit ausschließlich nachts an. Etwas schade, wie ich finde, immerhin sieht man dann nicht so richtig, wo man eigentlich untergekommen ist. Beim Bulgari Resort Dubai tut die späte Uhrzeit ­– es ist mittlerweile weit nach Mitternacht ­– dem keinen Abbruch: Kaum ist man in der Lobby, spürt man den edlen Stil und die unaufdringliche Eleganz des Hauses, das ohne Weiteres als eines der Besten der Stadt angesehen werden kann. Eingelullt von dem angenehmen Duft in der Lobby wickle ich das Check-In-Prozedere ab und werde im Anschluss von Federica auf mein Zimmer begleitet. Sie zeigt mir die elektronischen Features des Zimmers und erklärt mir, dass ich über ein Panel sämtliche Lichter und Vorhänge steuern kann. Später werde ich feststellen dass ich zum ersten Mal in einem Hotelzimmer nicht verzweifle, weil das letzte Licht vorm Schlafengehen nicht auszubekommen ist (Sie wissen sicher, was ich meine...). Die coole Minibar, die in einem Schrank im Look eines Retro-Gepäckstücks untergebracht ist, wird mir ebenfalls gezeigt. Federica vergisst auch nicht, mir zu verraten, dass ich die schöne Strandtasche bei meiner Abreise mitnehmen darf, quasi als Abschiedsgeschenk. Die breite Auswahl an Bad-Amenities sowie die im Zimmer deponierte Yoga-Matte samt Hanteln finde ich jedoch am nächsten Tag eher zufällig, denn die sind gut versteckt.

Trotz der späten Stunde warten einige Willkommensgrüße auf mich: Obst, Schokolade, Champagner und sogar eine kleine Edelstahl-Thermoskanne mit Kamillentee stehen bereit. Nach einem Stück Schoki teste ich erstmal das Bett und stelle fest, dass man darin himmlisch schlafen kann. Das i-Tüpfelchen war der "Pillow Mist", mit dem man einen angenehmen Duft aufs Kissen sprühen kann. Dubais Sonne weckt mich früh und ich genieße auf dem wirklich großzügigen Balkon meines King Deluxe Rooms den Blick auf die ans Hotel angrenzende Marina mit ihren riesigen Yachten.

Die kann ich übrigens auch aus der Dusche heraus beobachten, denn diese ist mit einem bodentiefen Fenster ausgestattet, das man zum Glück aber auch mit einer Jalousie verhängen kann. Kleine Notiz am Rande: Auch wenn es auf den ersten Blick so wirkt – durch die riesige Regendusche bekommt die nebenstehende schicke Badewanne zwar ein bisschen Wasser ab, der Vorraum bleibt aber absolut trocken – was ich sehr schätze, habe ich doch schon zu viele geflutetet Hotel-Badezimmer erlebt. Nach und nach finde ich in meinem elegant und doch sehr wohnlich eingerichteten Zimmer viele weitere kleine Schätze, darunter einige persönliche Visitenkarten für mich mit der Hoteladresse, einen Bulgari-Kofferanhänger (natürlich mit der eingesteckten Visitenkarte) und ein Hygiene-Set, bestehend aus Masken, Hygienetüchern und Handgel in edler Bulgari-Verpackung. Hier wird die Liebe zum Detail definitiv gelebt!

Beim Frühstück im À-la-Carte-Restaurant Il Café (in dem man tatsächlich 24 Stunden am Tag frühstücken kann) überkommt mich ein Gefühl der Freiheit, dass ich lange vermisst habe: Ich sitze am Frühstückstisch gemeinsam mit netten Menschen, die nicht meinem eigenen Hausstand angehören. Meine Freude über diese wiedergefundene Normalität ist für meine in Dubai lebenden Gesprächspartner längst wieder Alltag. Kaum sitze ich, werde ich vom Kellner auch schon positiv überrascht: Er serviert mir meinen heiß geliebten Cappuccino mit Kokossirup – und zwar ohne, dass ich diesen bestellt habe. Ich bin beeindruckt, dass die vor meiner Ankunft abgefragten Wünsche und kulinarischen Vorlieben tatsächlich so ernst genommen werden. Hut ab! Übrigens: Wie ich später erfahre, wollte mir das Service-Team eigentlich auch einen Cappuccino als Welcome Drink aufs Zimmer bringen, aufgrund meiner späten Ankunft hat man sich dann aber doch für den Moët entschieden. Ist zu verschmerzen!

Zeit, die Stadt und ihre neuen Hotels und Stadtteile unter die Lupe zu nehmen. Chauffeur Haneefa steht bereit und bringt mich zum nahegelegenen Four Seasons Dubai. Dort darf ich mir eine der nagelneuen Imperial Suiten (Foto unten) anschauen, die das Hotel seit vergangenem November bereichern. Sie sind eine Weiterentwicklung der bisherigen Suiten und wurden von der französischen Innearchitektin Sybille de Margerie designt. Der Stil ist angelehnt an die umgebenden Landschaften, etwa den arabischen Golf und den Wüstensand. Wer eine der Suiten mietet, hat jede Menge Platz: Jede der elf Imperial Suiten ist 210 Quadratmeter groß.

Nach einem ereignisreichen Tag führt mich mein Weg in eins – nein, in zwei der Top-Luxushäuser der Stadt: One&Only Royal Mirage und One&Only The Palm. Hier treffe ich später Denis Dolmatov, den Chef von Happy Travel samt Ehefrau Ekaterina, zum Dinner im edlen Restaurant 101. Doch vorher erhalte ich eine 1-A-Führung durch das Royal Mirage. Hier erfahre ich, dass das Hotel The Palace, eines der drei zum Royal Mirage gehörenden Häuser, derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Aktuell erhalten der Pool und das Restaurant Beach Bar & Grill ein Make-over. Die Zimmer wurden dort bereits 2018 erneuert. Meinen von den zahlreichen Site Inspections platt gelaufenen Füßen kommt der Sundowner in der Jetty Lounge, direkt am Strand am Fuße der Palm Jumeirah, gerade recht. Von hier konnte man früher direkt auf das One&Only The Palm blicken, bevor ein neues Bauprojekt nun den Blick verdeckt. Immer noch cool ist aber der Bootstransfer zwischen den beiden Resorts, mit dem man in nur sieben Minuten im jeweils anderen Hotel ist. Mit dem Auto braucht man mindestens 20 Minuten. Zum Sonnenuntergang ist die Fahrt besonders schön!

Bevor ich am zweiten Dubai-Tag nach Hatta aufbreche, habe ich noch Zeit, das Bulgari Resort ein wenig näher unter die Lupe zu nehmen und sogar meine Füße in den heißen Hotelstrand zu graben, der exklusiv den Resort-Gästen vorbehalten ist. Und die sind derzeit zahlreich vorhanden und füllen die 100 Zimmer und 20 Villen nahezu komplett. Vor allem aus dem deutschen Markt ist die Nachfrage groß, weiß Senior Sales Manager Sebastiano Campisi zu berichten. Er zeigt mir verschiedene Hotelbereiche, und so darf ich auch einen Blick ins schicke Il Ristorante von Niko Romito (Foto) werfen, das mit feiner italienischer Küche aufwartet. Richtig exklusiv ist aber das Signature Restaurant Hōseki. Hier wird ganz besondere japanische Küche serviert – und zwar für genau sechs Personen zur Zeit. Wer hier speisen will, muss gut planen: Mindestens einen Monat beträgt die Wartezeit auf ein Dinner.

Vom intimen Bulgari Resort geht es ins opulente Ritz-Carlton, das mich mit einer großen Lobby samt kleinem arabischen Majilis-Sitzbereich empfängt. Schick und passend für die Region, aber so ganz anders als die italienische Eleganz aus meinem vorherigen Hotel. An Gastfreundschaft macht den Ritz-Angestellten aber so schnell niemand etwas vor: Schon der Check-in ist sehr freundlich und persönlich. Das Rooming dagegen ist recht knapp gehalten, den Trick mit dem iPad zum Runterregeln der Klimaanlage hätte ich schon ganz gern gewusst. Hab ich dann aber auch gefunden, und auch die Lichtanlage eigenständig gemeistert. Mein Zimmer der Einstiegskategorie Deluxe ist mit etwa 50 Quadratmetern sehr geräumig und hat eine hübsche Sitzecke. Als ich die Balkontür öffne, schlägt mir gleich die zunehmend feuchter gewordene Dubai-Hitze entgegen und ich blicke auf Pool, Gartenanlage und das Meer. Gutes Verkaufsargument, denn das tun alle Zimmer dieser Kategorie. Den Sonnenuntergang würde ich gern vom Balkon aus genießen und dabei mit meiner Familie telefonieren, aber daraus wird leider nichts: Der tosende Wasserfall des Pools, der direkt unter meinem Balkon ist, macht mir leider einen akustischen Strich durch die Rechnung.

Egal, drinnen ist es ja auch schön. Kaum sitze ich auf dem Sofa, klingelt es an der Tür. Nicht zum letzten Mal übrigens. Das Housekeeping möchte wissen, ob alles in Ordnung ist. Klar, ist es! Sehr aufmerksam, wie ich finde. An diesem Abend muss ich tatsächlich noch zwei weitere Male zur Tür und einmal zum Telefon. Mal wird die Minibar aufgefüllt, dann wird sich wieder nach meinem Wohlbefinden erkundigt. Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass tatsächlich etwas fehlt: Im ganzen Zimmer sind weder Stift noch Block aufzutreiben. Da kurz darauf aber wieder gecheckt wird, ob alles Notwendige vorhanden ist, erfahre ich, dass aufgrund der Corona-Hygienemaßnahmen keinerlei Schreibsachen in den Zimmern ausliegen. Dennoch wird Abhilfe versprochen, und im Handumdrehen habe ich das Gewünschte. Prima Service! Gut zu wissen: Der PCR-Test im Hotel läuft sehr professionell ab. Das medizinische Personal wird von einem Security-Mitarbeiter zum Zimmer gebracht, der Wachmann wartet vor der Tür. Keine zehn Minuten später ist alles erledigt, das Ergebnis wird aufs Handy geschickt.

Frühstück wird im Restaurant Caravan serviert. Ich trotze wie immer der Hitze und sitze draußen. Wenn man schon mal in der Wärme ist... Leider sind hungrige Vögel auf der Terrasse meine ständigen Sitznachbarn. Aus dem Augenwinkel erspähe ich einen Falkner mit seinem edlen Vogel auf dem Arm am Restaurant entlanggehen. Er erklärt mir, dass der Raubvogel gleich zu seinem Patrouillenflug abheben wird, um die kleinen Federträger zu verscheuchen – quasi als emiratische Vogelscheuche. Im Gegensatz zu den Vögeln, die es auf mein Frühstück abgesehen haben, sind die Kellner hier äußerst zuvorkommend. Ich werde stets mit Vornamen angesprochen und fühle mich einfach wohl. Einziger Wermutstropfen: Trotz offensichtlich intensiver Bemühungen ist kein Kokossirup für meinen Cappuccino aufzutreiben. Nicht so schlimm, den leckeren und für die Emirate typischen Lemon-Mint-Juice gibt es natürlich auch im Ritz-Carlton, und das großartige Frühstücksbüffet tröstet mich locker darüber hinweg. Selbst nehmen ist nicht erlaubt, aber an jeder Station steht ein Restaurantmitarbeiter und reicht mir das Gewünschte.

Jetzt müssen die Füße wieder ran. Ich treffe meinen Guide Vibha im alten Teil von Dubai zu einer Walking Food Tour. Gleich vorweg: Das ist im Sommer anspruchsvoll, denn bereits zum Start herrschen 36 Grad und ich zerfließe quasi. Darum bietet Vibha ihre Touren im Sommer auch eigentlich nicht an. Und wenn doch, dann abends. Das passt aber nicht in meinen Zeitplan, also los. Wir treffen uns in einem Viertel namens Al Fahidi, das weit entfernt vom üblichen Dubai-Trubel liegt. Früher, so erzählt sie mir, lebten hier iranische Einwanderer. Die Häuser sind in dem Stil wieder hergerichtet worden und heute beherbergen viele von ihnen nette Läden, kleine Restaurants oder auch Museen. Al Fahidi ist äußerst verwinkelt und ich verliere gleich die Orientierung, aber Vibha weiß, wo es lang geht. Zu meiner Freude sind die kleinen Gässchen mit Sonnensegeln überdacht, was das Laufen deutlich angenehmer macht. Unsere erste Station ist das Dubai Coffee Museum. Klein, aber sehr fein. Man erfährt einiges über verschiedene Kaffeesorten und darf auch mal probieren. In den Gewürzläden erklärt sie mir die Besonderheiten der Früchte und Kräuter und führt mich in Restaurants und zum einzigen Eisstand der Stadt, der Eis aus Kamelmilch anbietet. Wer direkt am Dubai Creek ein Päuschen machen möchte, ist im Bayt Al Wakeel richtig. Übrigens: Vibha spricht auch deutsch und bietet ihre individuellen Touren auch in englischer Gebärdensprache an.

Nach ordentlicher Abkühlung im Pool bin ich abends wieder fit für La Perle. Die wirklich beeindruckende Show ist die einzige permanente in der Region und hat es außerdem in sich. In dem extra gebauten Theater spielt Wasser eine große Rolle. Die Story – es geht um eine besondere Perle und auch eine Lovestory darf nicht fehlen – ist im Grunde nebensächlich. Die akrobatischen Einlagen sind jedoch auch für mich, die nicht so auf Zirkus und Artisten steht, atembraubend. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich die Hand ungläubig vor den Mund schlage, wenn fünf (5!) Motorräder gleichzeitig innerhalb einer großen Metallkugel rasen oder zwei Artisten die waghalsigsten Sprünge auf einem gespannten Gummiseil vollziehen. Die Kulisse macht es perfekt: Immer wieder wird die Bühne geflutet, das Wasser versickert wieder, Wasserfälle stürzen plötzlich neben dem Publikum in die Tiefe und Projektionen erwecken den Anschein, dass man in einer ganz anderen Welt ist. Eindeutig eine lohnenswerte Abendunterhaltung!

Wow! Die großzügige und sehr helle Lobby, von der aus man das Meer sehen kann, machen ordentlich Eindruck. Beim netten Check-in im neuen Address Beach Resort um 11 Uhr vormittags muss allerdings noch geschaut werden, ob schon ein Zimmer für mich frei ist. Zimmer gefunden, sogar mit Upgrade auf einen Deluxe Marina View Room with Balcony. Das Rooming dauert kaum eine Minute, aber ich lerne: Alles, aber auch wirklich alles, ist übers iPad zu steuern. Tatsächlich, ich könnte sogar meinen Netflix-Account dort einrichten und über den großen Fernseher schauen. Jetzt will ich aber erst mal die Dubai Marina von oben sehen, gehe auf den Balkon – und werde enttäuscht. Auf der dem Strand abgewandten Seite befinden sich eine Baustelle und eine Schnellstraße, die Marina ist nur seitlich links zu sehen. Tipp: Wer geräuschempfindlich ist, bucht lieber ein Zimmer zur Meerseite. Ansonsten ist das Zimmer des erst kürzlich eröffneten Hotels aber sehr schön: Helle Farben und eine moderne Einrichtung vermitteln auf jeden Fall den Charme eines Strandhotels. Und das absolute Highlight will ich mir noch schnell vor der Site Inspection ansehen!

Also mache ich mich todesmutig auf in den 77. Stock. Dort, ganz oben auf dem Hotel, erreiche ich nach zweimaligem Fahrstuhl-Wechsel den sagenhaften Rooftop-Infinity-Pool. Mit einer Länge von 98,84 Metern und einer Breite von 16,50 Metern ist er offiziell der weltgrößte seiner Art. Geöffnet ist er nur für Hotelgäste; im angrenzenden Restaurant Zeta Seventy Seven kann man mit genialer Aussicht speisen – Reservierung natürlich vorausgesetzt. Bei meiner Site Inspection darf ich unter anderem auch einen Blick in den eleganten Spa-Bereich werfen, der sich ebenfalls in schwindelerregender Höhe im 75. Stock befindet. Auch kulinarisch kann sich das Address Beach Resort mit seinen Mitbewerbern messen: Mein Lunch im The Beach Grill ist hervorragend, das Li'Brasil bietet zudem die spannende Kombi aus brasilianischer undd libanesischer Küche.

Zeit, um mich zu meinem letzten Ausflug aufzumachen. Erst vor wenigen Wochen hat die neue Aussichtsplattform The View At The Palm ihre Tore geöffnet. Für mich als Höhenangst-Geplagte ist das eigentlich ein bisschen zu viel Höhe an einem Tag, aber was macht man nicht alles für schöne Fotos? Und ich muss sagen: Zum Glück habe ich mich getraut! Doch zuerst noch ein Schreckmoment. Die Eintrittskarte, die an der Kasse für mich hinterlegt sein soll, ist nicht auffindbar, mein Name steht auf keiner Liste. Leichte Panik bei mir, will ich doch unbedingt hoch auf den neuen Aussichtsturm! So schreibe ich aufgeregt Chamara eine Nachricht und bitte um Hilfe. Exakt vier Minuten später steht ein freundlicher Mitarbeiter der neuen Attraktion neben mir, begrüßt mich höflich und begleitet mich in die vorgelagerte Ausstellung. Zeitgleich piept mein Smartphone. "All sorted!" schreibt Chamara, und ich bin von seinen organisatorischen Zauberkünsten wieder einmal beeindruckt. Sieben-Tage-Erreichbarkeit? Check!

Das Besucherzentrum betritt man durch die nagelneue Nakheel-Mall in der Mitte der Palm Jumeirah. Zuerst sorgt eine wirklich gut gemachte Ausstellung dafür, dass man genau über die Entstehung der Palmeninsel informiert ist. Dann geht es in Highspeed auf 240 Meter nach oben. Was ich nicht wusste: Die Plattfom ist komplett draußen, was ohne Sonnenhut schnell unangenehm wird. Aber hey, wenn man schon mal oben ist, muss man diesen unglaublichen Ausblick einfach genießen und per Kamera festhalten. Der Burj Khalifa kann sich warm anziehen, denn die Aussicht von The View At The Palm ist um ein Vielfaches besser. Man hat einen 360-Grad-Blick und kann die ganze Palme, die Skyline, das Burj al Arab UND den Burj Khalifa sehen. Keine Wolken, die die Aussicht trüben. Klare Buchungsempfehlung! Praktisch: Hier sind auch Fast-Track- und VIP-Tickets buchbar ­– am besten zum Sonnenuntergang!

Für meinen letzten Abend hat Chamara ein echtes Highlight vorgesehen. Gewünscht hatte ich mir eine Site Inspection im nagelneuen SLS Dubai Hotel & Residences. Geworden ist daraus ein Meeting mit Senior Sales Manager Polina Riabova samt Drinks und Snacks in einer der coolsten Indoor-Locations der Stadt: der Sky Lobby des SLS Hotels. Was etwas schnöde klingt, ist tatsächlich ein echter Hingucker. Die Lobby befindet sich nämlich im 71. Stock des Hotels und hat elf Meter hohe Decken, die Fenster sind bodentief. Man fühlt sich tatsächlich dem Himmel nah und der Ausblick ist gigantisch – und wird in einigen Jahren noch cooler: In direkter Nachbarschaft entsteht zur Zeit das nächste höchste Gebäude der Welt, der Dubai Creek Tower, dessen Höhe irgendwo zwischen 928 und 1.400 Metern liegen soll. Die Sky Lobby hat eine stylishe Mixology-Bar und ist seit der Eröffnung des Hotels am 5. April ein angesagter Treffpunkt. Auch hier ist der Sonnenuntergang die beliebteste Zeit, denn die Bar hat einen Außenbereich, der traumhafte Aufnahmen garantiert. Mutprobe Nummer drei für mich, und das an einem einzigen Tag. Da kann ich dann auch noch die Rooftop-Bar im 75. Stock mitnehmen, die noch bessere Ausblicke bietet.

Das SLS Dubai beschreibt seinen Stil selbst als "luxury with a twist" – und das passt ziemlich gut. Die Einrichtung ist durch und durch stilvoll in hellen Farben gehalten und hat einen deutlichen französischen Anstrich. Aber überall sieht man, wie die Architekten gewollten Stilbruch betreiben, sei es durch die bunte SLS-Ente, Affen-Motive oder Menschen-Silhouetten im Fahrstuhl, damit niemand allein fahren muss. Besonders cool: Das Restaurant Fi'lia wird ausschließlich von Frauen geleitet. Ausgerichtet ist das Hotel durchaus auch auf Langzeitgäste. Vor allem die 351 Apartments, teils als Duplex, sind derzeit gefragt. Gebucht werden können außerdem 254 Zimmer. Wer sehen und gesehen werden will, ist hier richtig.

Früh geht es für mich am letzten Tag zum Flughafen, Haneefa steht auch um 5.30 Uhr für mich bereit. Das Hotelfrühstück verpasse ich leider, aber verhungern muss ich dennoch nicht. Bereits beim Check-in wurde mir vorgeschlagen, dass man mir etwas einpacken könnte. Was es denn sein soll? Ein Croissant mit Nutella und Lemon-Mint-Juice, mehr wollte ich an so früh am Morgen nicht. Hotel-Fee Gigi machte sich sofort daran, das zu organisieren. Keine fünf Minuten später klingelte das Telefon. Lemon-Mint-Juice sei nicht verfügbar, aber Orangen- oder Mango-Saft wären möglich. Auch lecker! So versorgt habe ich das Address Beach Resort mit einem guten Gefühl verlassen – und habe am Flughafen auch noch eine leckere Obstschale in meiner "Doggy Bag" entdeckt. So gestärkt ist der Heimflug ein Klacks gewesen!


Diese Reise wurde unterstützt von Happy Travel, Bulgari Resort Dubai, The Ritz-Carlton, Dubai JBR und Address Beach Resort. Die Kooperation hat selbstverständlich keinen Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung.