Luxus in freier Wildbahn

Madeira

Urlaub in der grünen Natur ­– das ist nach wie vor sehr gefragt. Obwohl… so ein bisschen Mittelmeer-Flair könnte doch auch nicht schaden? Mitten im Atlantik können Reisende beides haben: Madeira punktet mit lässigem Portugal-Feeling und Outdoor-Abenteuern in grandioser Naturkulisse. Jetzt gilt die Insel auch nicht mehr als Risikogebiet. Und: Man kann natürlich fast alles draußen machen, was das Infektionsrisiko zusätzlich senkt. Hier ist ein Update der schicksten Unterkünfte in Funchal und Ausflugstipps, die garantiert Open Air sind!

HOTEL-TIPPS Reid's Palace a Belmond Hotel

Sie ist die Grande Dame Madeiras und wird von ihren Stammgästen heiß und innig geliebt: die majestätisch auf einer Klippe thronende Luxusunterkunft Reid's Palace. Von Bridge-Zimmer bis Blümchen-Kissenbezug – hier wird Tradition groß geschrieben. Perfekt für Post-Covid-Reisen: Viele der Highlights des Hotels liegen unter freiem Himmel. Da ist zum einen der üppig bewachsene Garten, der gern für Events gebucht wird und ein Alleinstellungsmerkmal unter den Luxushotels der Stadt sein dürfte. Dann der Felsenpool auf Meereshöhe, in den salzige Atlantik-Wellen schwappen. Und nicht zu vergessen das beliebte italienische Restaurant Villa Cipriani, von dessen Terrasse der Ausblick über die Bucht und das Meer so schön ist, dass das Essen beinahe nebensächlich wird. Tipp: Wer Kunden hat, die ins Gym oder Spa möchten, sollte aufgrund der in diesen Bereichen noch immer geltenden Restriktionen am besten schon vor Anreise reservieren! Das Reid's Palace empfängt bereits seit dem 1. Mai wieder Gäste und bietet (wie alle Belmond-Häuser) einen Testservice an, falls dieser für die Heimreise benötigt wird.

Kontakt für Reiseprofis: Pauline Engelse, Director of Sales & Marketing

Das Mitglied der Leading Hotels of the World kommt top-modern und stylish daher. In den Zimmern und öffentlichen Bereichen geben sich edle Zurückhaltung und auffällige Hingucker die Klinke in die Hand. Das Haus hat die Touch Points für Gäste drastisch reduziert: Kürzlich wurde eine neue App gelauncht, die nicht nur den Check-in und den Zugang zu allen Hotelservices, Restaurants und Spa-Anwendungen ermöglicht, sondern auch als Fernbedienung für den Zimmerfernseher fungiert. Zimmer-Empfehlung für Frischluft-Fanatiker sind ganz klar die Pool-Suiten mit großzügigem Eck-Balkon, von dessen Privatpool aus man auf das glitzernde Meer blickt. Suitengäste werden nicht nur direkt am Airport empfangen (Boarding & Disembarking Assistance), sondern haben auch exklusiven Zugang zur super-schicken Jacarandá Lounge & Club mit eigenem Rooftop-Pool (Foto) – à la carte Frühstück unter Sonnensegeln inklusive. Reservierungen in Spa und Hotel-Restaurants werden zudem garantiert. Zum Lunch empfiehlt sich das Alameda unter freiem Himmel, das für ein Pool-Restaurant überraschend hochwertig ist. Das Savoy Palace hat aktuell geöffnet, auch Packages mit Anreise im Privatjet ab Lissabon sind buchbar! Spannend für tech-affine Millenials: Am 1. Juli eröffnet nur wenige hundert Meter vom Savoy Signatur entfernt das neue Vier-Sterne-Hotel Next, das ebenfalls zur Savoy-Gruppe gehört und sich gezielt an die junge Crowd richtet.

Kontakt für Reiseprofis: Graça Guimarães, Sales Manager

So richtig konnte das neue Fünf-Sterne-Refugium der Porto Bay Hotelgruppe noch nicht durchstarten: Im Oktober 2019 eröffnet, wurde das Haus schnell von der Pandemie eingeholt und musste wieder schließen. Letztes Jahr dann eine erste zaghafte Saison, nun startet man richtig durch – und hat in kurzer Zeit schon einiges an Auszeichnungen einheimsen können. Die Anlage besteht aus 23 Suiten, untergebracht in zwei historischen und einem nagelneuen Gebäudeflügel. Gäste haben die Wahl zwischen vier Suitenkategorien, auch Familienzimmer sind buchbar. Sehr cool: die schicken Artistic Suites mit diversen Design-Hinguckern. Das Resort richtet sich in erster Linie an Ruhesuchende. Es geht um viel Platz, Privatsphäre, Entschleunigung und hochwertige Kulinarik. Für Letztere sorgt das Restaurant Avista, das dem aktuellen Frischluft-Bedürfnis perfekt Rechnung trägt: Es liegt auf einer Klippe an der Baía das Piratas umringt von blühenden Gärten und serviert Frühstück, Mittag und Abendessen. Den gepflegten Afternoon Tea kann man hier ebenfalls einnehmen – britisches Erbe lässt grüßen. Einen Augenschmaus bietet das Restaurant auch: den sagenhaften Ausblick auf das Meer und die Bucht von Funchal. Gäste der Suiten haben Zugang zu sämtlichen Einrichtungen des Traditionshotels The Cliff Bay.

Kontakt für Reiseprofis: Militina Vieira, Sales Manager

"In allererster Linie ein Zuhause" ­ so der Claim des Three House Hotels. Das trifft es ziemlich gut: Der Host des kleinen Designhotels kümmert sich rührend um seine Gäste und steht per What's App mit Rat und Tat zur Seite. Und ist beinahe traurig, wenn man die sensationellen Croissants nicht isst, die morgens noch ofenwarm an die Zimmertür gehängt werden! Auch wenn der Eingangsbereich des Hotels nicht unbedingt einladend wirkt ­– nicht abschrecken lassen! Die Lage ist perfekt, ist man doch in wenigen Schritten in der quirligen Rua de Santa Maria mit ihren vielen Bars und Restaurants, schnell an der Hafenpromenade und auch zur Seilbahn hoch nach Monte ist es nicht weit. Davon können die großen Fünf-Sterne-Häuser nur träumen! Zimmer und öffentliche Bereiche werden von einem mutigen Design dominiert. So schwingen sich etwa in den Fluren Glühbirnen umklammernde Affen an auf die Wände gemalten Bäumen entlang, während echte Grünpflanzen von der Decke baumeln. Die Rooftop-Bar des noch jungen Hauses mit ihren ungewöhnlichen Cocktail-Kreationen und Gourmet-Snacks hat sich im Handumdrehen zum Szene-Hotspot von Funchal entwickelt. Hier oben befindet sich auch der Pool für die Hotelgäste. Anspruchsvolle Gäste sollten sich für eines der Superior Apartments entscheiden. Diese bieten viel Platz und wirklich alles, was man in einem Ferienapartment benötigt – inklusive stylischer Smeg-Küchengeräte.

Kontakt für Reiseprofis: João Paulo Rodrigues, General Manager

OPEN-AIR-TIPPS

Nichts für Sonntagsfahrer: Eine sechsstündige Mountainbike-Tour auf Madeira (Foto) beginnt auf über 1.400 Metern Höhe. Von dort aus saust man durch die spektakuläre Landschaft des Inselinneren. Riecht die Lorbeerbäume im Laurisilva, dem UNESCO-geschützten Lorbeerwald. Entdeckt hier und da kleine Abschnitte der berühmten Levadas, die die gesamte Insel durchziehen. Und erhascht mit etwas Glück an lichten Stellen kurze aber beeindruckende Aussichten – wenn man denn die Aufmerksamkeit für einen Moment vom Trail loseisen kann. Insgesamt geht die Fahrt über 30 Kilometer, gern auch tailormade nach den Wünschen der Teilnehmer. Immer mit dabei sind die Guides des lokalen Anbieters Freeride, deren Leidenschaft für ihren Sport man in jeder Minute spürt. Diese lassen sie sich auch etwas kosten: Das Unternehmen beschäftigt seinen eigenen Trail Builder und investiert jeden Monat rund 2.000 Euro in den Ausbau und die Pflege der Trails. Keine Sorge: Ein Assistenz-Van steht als Shuttle und Back-up für Pannen bereit. Buchbar etwa über das Luxusresort Les Suites at the Cliff Bay.

Kontakt für Reiseprofis: Militina Vieira, Sales Manager

Yacht-Charter

Fünfzehn Meter ist diese Prinzessin lang, die mit ordentlich Speed durch die Wellen vor Madeira pflügt: Bis zu zehn Gäste können mit, wenn die Princess V50 von Rota dos Cetáceos für einen privaten Ausflug gechartert wird. Crew, Champagner, Wein, Soft-Getränke und Obst sind im Preis inkludiert, ebenso wie Handtücher und Schnorchel-Ausrüstung. Auf Wunsch können warme Mahlzeiten oder Sushi-Platten hinzugebucht werden. Beliebt sind Touren nach Porto Santo, wo ein Fahrzeug zur Insel-Erkundung bereitsteht (im Preis inkludiert), und zu den unter Naturschutz stehenden Desertas Islands. Dort ist die Landgang-Lizenz ebenfalls in der Yacht-Miete enthalten. Wer möchte, schippert einfach ein bisschen im Süden Madeiras herum und hofft auf – die sehr wahrscheinliche – Begegnung mit Walen oder den verspielten Delfinen der Region. Buchbar beim Portugal-Spezialisten Olimar.

Kontakt für Reiseprofis: Janine Nürnberger, Verkaufsleitung

Es muss nicht immer wandern sein: Auch ohne rustikales Schuhwerk an den Füßen kann man sich auf Madeira im Freien vergnügen. Zum Beispiel bei diesem Kulinarik-Wochende: Das Belmond-Hotel Reid’s Palace nimmt vom 9. bis 12. September 2021 an dem alljährlichen Event "The Art of Flavours" teil. Und feiert dabei die regionale Küche: Gäste können sich nämlich nicht nur auf eine Reihe außergewöhnlicher Gourmet-Erlebnisse im Sterne-Restaurant William mit berühmten Gast-Köchen freuen. Sie werden außerdem noch für einen ganz besonderen Lunch im Freien mit der Seilbahn nach Fajã dos Padres gebrac­ht. In dieser abgeschiedenen, paradiesischen Bucht an der Südküste Madeiras erwartet Koch Luis Pestana sie in einem blühenden Bio-Garten und zeigt, wie man auf der Insel süße Früchte und Gemüse anbaut. Gleichzeitig wird fangfrischer Fisch mit dem Boot angeliefert – und los geht's mit dem Al Fresco Lunch mit spektakulärem Blick auf die Küste.

Kontakt für Reiseprofis: Pauline Engelse, Director of Sales & Marketing

Das sagt die Branche

Wie stehen die Chancen für ein gutes Sommergeschäft in Portugal?

"Für Portugal wird die Sommersaison sicher gut werden, zumal in den Hauptreisemonaten Juli und August die Portugiesen selber und – je nach Quarantäne-Regeln im eigenen Land – auch die Engländer für eine starke Nachfrage sorgen. Die deutschen Gäste präferieren, neben den Ferien, vor allem die Monate September und Oktober, das spüren wir auch deutlich im aktuellen Buchungsgeschehen. Das gilt für Portugal insgesamt, aber auch für Madeira. Im Übrigen sind ja die Inzidenzen in Portugal sehr niedrig, und die Impfquote überdurchschnittlich hoch. Es spricht folglich vieles für einen Urlaub in Portugal. Die Nachfrage nach Madeira bei uns ist aktuell gut, aber noch mit Luft nach oben. Madeira galt lange als Risikogebiet, das war bei vielen Kunden schon noch ein Thema. Jetzt wurde es von der Liste genommen, daher erwarten wir einen weiteren Buchungsschub."

Oliver Zahn, Geschäftsführer Portimar

Fazit

Weg ist sie, die Reisewarnung für Madeira! Gut so, denn die Briten haben vorgemacht, was man damit anrichten kann: Erst liefen die Buchungssysteme der Inselhotels mit UK-Anfragen über, die Reservierungsteams schoben Überstunden. Dann ­– zack! – alles wieder rückgängig. Nicht schön. Ein klitzekleines bisschen profitieren deutsche Gäste jetzt allerdings davon: Es ist spürbar weniger los auf der Insel, und man bemüht sich noch stärker um Besucher aus diesem ­– ansonsten eher weniger bedeutenden – Quellmarkt. Im Sinne des Undertourismus ist jetzt also eine perfekte Reisezeit für Madeira!

Text: Iris M. Köpke