Edel-Hotels für Design-Fans

Skandinavien

Keine Frage: In Sachen Design können wir uns von den Nordeuropäern alle eine dicke Scheibe abschneiden. Die Dänen und ihre Nachbarn schaffen es nicht nur, ihre Hotels und Ferienhäuser hyggelig zu machen, sind sind auch ungemein stylish und haben einfach ein ganz besonderes Flair. Dennoch punkten viele der Häuser nicht nur mit ihrer Einrichtung, sondern bieten auch einen Service, der ihre Mitgliedschaft bei Kooperationen wie Virtuoso, Design Hotels oder Small Luxury Hotels of the World mehr als rechtfertigt. Jetzt ist es gerade besonders spannend, denn im hohen Norden tut sich gerade einiges in der Hotelwelt. LuxusInsider stellt neue Design-Perlen sowie etablierte Klassiker vor, die man einfach gesehen haben muss!

HOTEL-TIPPS Ett Hem, Stockholm

Der Name ist hier absolut Programm: Ett Hem, zu deutsch "ein Zuhause", strahlt in jedem Raum genau das aus. Das ehemalige Wohnhaus wurde von Besitzerin Jeanette Mix und Innenarchitektin Ilse Crawford so umgestaltet, dass die Gäste mehr vorfinden, als ein Hotel: ein Zuhause abseits ihres eigenen. Und daher werden sie auch wie Freunde oder Familie behandelt. Nicht schwer, denn im Ett Hem ist es mit seinen zwölf Zimmern gemütlich, verschiedene schwedische Design-Perlen sorgen für den nötigen Touch typisch nordischer und dennoch stylisher Gemütlichkeit. Doch lassen Sie sich nicht täuschen: Trotz dem Zuhause-Gefühl ist Ett Hem ein Hotel der Extra-Klasse, was die Mitgliedschaften bei Small Luxury Hotels of the World und Virtuoso bekräftigen. Die individuell gestalteten Zimmer und Suiten in fünf Kategorien machen es leicht, nach einen Sightseeing-Tag in der schwedischen Hauptstadt wieder Kraft zu tanken. Gegessen wird, wie könnte es "Zuhause" anders sein, in der Küche. Wer es etwas schicker möchte, speist in der Bibliothek. Der Koch zaubert mit lokalen Zutaten und sorgt täglich für ein neues Menü. Zuviel gegessen? Ein vollausgestatteter Fitnessraum hilft, die neuen Kilos wieder zu vertreiben.

Kontakt für Reiseprofis: Head of Sales Nicole Torbiörnsson

Hotel Ottilia, Kopenhagen

Der Carlsberg Byen District, in dem das 2019 eröffnete Hotel liegt, zählt derzeit zu den In-Vierteln der dänischen Hauptstadt. Das Hotel Ottilia ist in zwei ehemaligen Gebäuden der Carlsberg-Brauerei aus dem Jahr 1881untergebracht. Und das erklärt auch den Industrie-Style des Hotels, denn die Gebäude stehen teilweise unter Denkmalschutz und durften nur geringfügig modifiziert werden. Das Interieur ist schnörkellos, wirkt etwas kühl aber dennoch schick. Das Hotel Ottilia verteilt sich auf zwei Gebäude, im ehemaligen Maltmagasinet, dem Malzspeicher, sind heute die Suiten zu finden. Die übrigen der 155 Zimmer und Suiten finden sich im Lagerkælder 3, dessen Hingucker die 64 goldenen Kreise an der Fassade sind. Besonders cool: Die Zimmer haben riesige runde Fenster, in die ein halbmondförmiges Liegesofa integriert wurde. Auch die öffentlichen Räume des Hotels sind im Clean Chic gestaltet. Eingecheckt wird an der Lobby Bar, dem Herzstück des Hauses. Spezialisiert ist sie auf Gin, es wird auch ein spezielles Ottilia-Lagerbier serviert. Weitere Highlights des Hotels sind die Rooftop-Terrasse samt italienischem Restaurant Tramonto und das erst im Sommer 2020 (und derzeit leider geschlossene) Aire Ancient Bath Copenhagen. Die Atmosphäre, die darin durch das alte Fabrikgebäude entsteht, ist magisch.

Kontakt für Reiseprofis: Head of Sales & Bookings Johnny Ljørring

Echter skandinavischer Luxus mit Select Luxury Travel

ANZEIGE –­­ Island, Schweden, Finnland, Norwegen. Lofoten, Faröer Inseln, Spitzbergen. ­Endlich findet man auch hier echten Luxus und Select Luxury Travel bietet die entsprechenden Winter- und Sommer-Inspirationen für Ihre Top-Kunden. Das Nordland-Programm wurde ausgebaut und bietet Highlights wie Octola Private Wilderness, die exklusivste Lodge Lapplands und erste Adresse in der Arktis, das Design-Highlight Treehotel oder besondere Erlebnisse am Kultfelsen Mount Kjerag. Alle Angebote für die nordischen Destinationen sind einzigartige Privatreisen auf Sterne-Niveau aus der Private Selection und bieten ein À-la-carte-Reisemenü. Als unabhängige Reisemanufaktur bieten wir Beratung weltweit aus erster Hand und attraktive Provisionen.

Ihre Skandinavien-Expertin: Susann Radtke, Senior Product Manager

INSIDER-TIPP Design zum Mitnehmen

Schönheit kann man kaufen ­– und zwar in Form von Design für die eigenen vier Wände. Ganz vorn dabei in Sachen Design in Skandinavien sind Helsinki und Kopenhagen. In beiden Metropolen reihen sich edle Shops mit vielen handgefertigten Waren und stylishen Möbeln aneinander. Während in der dänischen Hauptstadt die Design-Shops vor allem quer über den Innenstadtereich verteilt sind, bewirbt Helsinki einen ganzen Design District, der sich über mehrere Stadtteile erstreckt. Beide Städte haben zudem eigene Museen für Design: The Design Museum in der finnischen Hauptstadt und das Design Museum Danmark in Kopenhagen (wegen Umbaus bis 2022 geschlossen). Und für alle Museums-Muffel lohnt es sich, mit offenen Augen durch skandinavische Städte zu gehen, denn von Design-Elementen aller Art wimmelt es dort wie kaum anderswo.

Der Schein trügt: Von außen wirkt das Hotel am Old Church Park mondän wie ein Grand Hotel. Innen ist es jedoch durchgestylt und mit jeder Menge Kunst und Design-Elementen versehen. Unter dem Glasdach des Wintergartens etwa schwebt ein riesiger Vogel aus Metall, den der Künstler Pekka Jylhä extra für das Hotel St. George entworfen hat. Mehr Kunst gefällig? Kein Problem: Das Haus beherbergt mehrere Kunstwerke des chinesischen Künstlers Ai Weiwei. So begrüßt der riesige weiße Drache Tianwu die Gäste, sobald sie das Hotel betreten. Wie kleine Kunstwerke wirken auch die 148 Zimmer und fünf Suiten, die alle ihr eigenes Design erhalten haben. Der nordische Einrichtungsstil sorgt dafür, dass alle Unterkünfte äußerst gemütlich und einladend wirken. Kein Wunder, dass das 2018 eröffnete Hotel St. George Mitglied der Design Hotels ist. Das Spa St. George Care ist minimalistisch angelegt und bietet holistische Ansätze, um den Körper zu regenerieren. Kulinarisch hat das Hotel auch einiges zu bieten. So fungiert The Wintergarden nicht nur als Ort für den Afternoon Tea: Es gibt auch eine Bar mit besonderer Bar-Karte, und auch Speisen kommen auf den Tisch. Was hier so gut duftet? Na, die frischen Brote und süßen Köstlichkeiten aus der St. George Bakery. Thailändische Küche tischt Tomi Björck im Restaurant Boon Man auf.

Kontakt für Reiseprofis: Sales- und Reservations-Team des Hotel St. George.

Syn Villan – The Illusion Villa, Blekinge

Je nachdem, wie das Licht gerade fällt, wirkt die Anfang des Jahres eröffnete Syn Villan wie eine Fatamorgana und man muss zweimal hinschauen, ob das Haus wirklich da ist. Der Beiname "The Illusion Villa" ist die ideale Bezeichung für die ungewöhnliche Unterkunft in Trensum in der südschwedischen Provinz Blekinge. Die Unterkunft auf glänzenden Stelzen ist mit einem besonders polierten Stahl verkleidet, der die Illusion, das Haus verschwände in der Natur, perfekt macht. Und davon gibt es rundherum jede Menge, denn die Villa liegt mitten im Eriksbergs Hotel & Nature Reserve, Schwedens größtem Game Reserve. Gäste der Syn Villan schlafen inmitten dieser Landschaft in mehr als drei Metern Höhe. Besonders schön: Im Boden der Villa ist eine große Glasscheibe integriert – perfekt für die Beobachtung der Wildtiere wie Wisente, Rotwild oder Wildschweine, die genau darunter eine Futterstelle haben. Die Unterkunft selbst ist rustikal im nordischen Stil eingerichtet und bietet Platz für bis zu vier Personen. Wichtigster Einrichungsgegenstand ist das große Fernrohr, mit dem die Tiere auch in einiger Entfernung ganz leicht beobachtet werden können. Syn Villa ist mit einer Kitchenette ausgestattet. Wer mehr braucht, wählt zwischen den beiden Restaurants, die zum Reserve gehören. Verarbeitet werden lokale Zutaten, das Restaurant Visenten ist auf Wildgerichte spezialisiert.

Kontakt für Reiseprofis: Jimmy Nilsson und Camilla Palmkvist vom Team Sales & Events

The Thief, Oslo

Ein wenig düster klingt der Name ja. Dabei spielt The Thief auf den Namen der Insel in der norwegischen Hauptstadt an, auf der das Hotel liegt: Tjuvholmen, auf Englisch Thief Islet. Mit dem Namen kokettiert das Luxushaus zudem und kündigt an, seine Gäste von Alltag "weg zu stehlen". Das gelingt schon, sobald man das Hotel betritt, denn plötzlich ist man umgeben von einer anderen Welt – einer aus Kunst und Design. Überall finden sich Gemälde, Fotografien und andere Kunstwerke, ausgewählt von Sune Nordgren, dem ehemaligen Direktor des Norway Museum of Art. Jedes Zimmer ist mit Kunstwerken ausgestattet, der smarte Fernseher bietet Art-on-demand und Hotelgäste haben kostenlosen Zugang zum angrenzenden Astrup Farnley Museum. The Thief selbst spielt in Sachen Design mit Kontrasten, setzt auf dunkle Farben und goldene Akzente. Die 112 Zimmer und zwei coolen Suiten haben bodentiefe Fenster, sind mit edlen Details sowie Möbeln international bekannter Designer ausgestattet, darunter Tom Dixon und Jacco Maris. Witziges Feature: In The Apparatijk Suite, die der gleichnamigen Band gewidmet ist, können die Gäste die Bandmitglieder aufs Bett projizieren. Wer im Thief Roof Grill ist, bekommt zudem erstklassige Gerichte – nicht verpassen! Norwegische Küche mit französischem Touch wird in der Thief Foodbar serviert. Ein Spa gibt es auch – angeboten werden die besten Wellness-Traditionen und Treatments aus der ganzen Welt, natürlich "gestohlen" für die Gäste des The Thief, das der Kooperation Preferred Hotels & Resorts angeschlossen ist.

Kontakt für Reiseprofis: Manager Commercial Operations Norway Nordic Hotels & Resorts Martin Andersen

Villa Copenhagen, Kopenhagen

History meets Design: Seit Frühjahr 2020 ist die Villa Copenhagen im ehemaligen Hauptquartier der dänischen Post untergebracht. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1904 und ist im Neo-Barock-Stil gehalten. Bei der Inneneinrichtung des Luxushotels, das zu den unabhängigen Nordic Hotels & Resorts gehört sowie der L.V.X Collection der Preferred Hotels & Resorts angeschlossen ist, wurde auf zeitgemäße und klassische skandinavische Design-Akzente gesetzt. Die 382 Zimmer wurden vom Universal Design Studio eingerichtet, für die acht Suiten ist Shamballa Jewels verantwortlich. Der Charme des alten Gebäudes ist allgegenwärtig, etwa durch hohe Decken mit Stuck oder der besonderen Atmosphäre der alten Post-Sortierhalle, die heute als Frühstücksrestaurant dient. Villa Copenhagen liegt zentral in der Nähe des Hauptbahnhofs und an den Tivoli-Gärten. Einen eigenen, versteckten Kräutergarten hat das Hotels auf dem Dach. Hier bedienen sich die Köche für ihre Gerichte, die in den fünf Food-Outlets serviert werden. LuxusInsider-Tipp: Den Pool und die Sauna auf dem Rooftop kann man derzeit privat für eine halbe Stunde buchen, um Kontakte zu vermeiden.

Kontakt für Reiseprofis: Director of Sales Charlotte Yde

Das sagt die Branche

Werden Luxusreisen in die nordischen Ländern künftig an Bedeutung gewinnen?

"Reisen in die nordischen Länder werden mit Sicherheit zunehmen und noch beliebter sein als vor der Pandemie. Generell hat sich Skandinavien in den letzten Jahren zunehmend zu einem Trendziel entwickelt, in denen mittlerweile auch Luxusreisen gut möglich sind. Die Länder sind leicht erreichbar und erfüllen generell das in sie gesetzte Vertrauen, so auch in touristischen Leistungen hinsichtlich Qualität und Leistungsversprechen. Hotels und Lodges haben den „special taste“, zeitgemäßen Style und cooles Design, das sich weit über die Grenzen als „Nordic Design“ einen Namen gemacht hat, nie stehenbleibt und sich immer weiter entwickelt. Die fantastische Natur kann ganzjährig sehr individuell, exklusiv und zu jeder Jahreszeit erlebt werden. Einsamkeit, größtmöglicher Abstand, das „remote wilderness“-Erlebnis, wie wir es auch aus Afrika oder Neuseeland her kennen und das durchaus mit Skandinavien vergleichbar ist, steht heute mehr denn je auf der Wunschliste der Menschen und wird in Zukunft – auch als Alternative zu Städtereisen und Massenzielen wie Spanien oder Italien – noch an Attraktivität gewinnen."

Dirk Gowin, Gründer und Geschäftsführer Select Luxury Travel

Fazit

Gute Voraussetzungen, zu den Europa-Gewinnern des Sommers zu zählen, haben die nordischen Länder allemal. Platz gibt es genug, in Sachen Design brauchen sich die Hotels auch absolut nicht vor den Luxusdestinationen dieser Welt verstecken. Die Buchbarkeit im Reisebüro ist jedoch nach wie vor ausbaufähig, vieles läuft an den Agenturen vorbei. Das Luxus-Potenzial des Nordens wird derzeit jedoch auch Reiseveranstaltern mehr und mehr bewusst. Zeit für Reiseprofis, sich dem Thema anzunähern und Expertise zu erlangen. Geld ist hier allemal zu verdienen, und Nahziele, die ohne Flugzeug erreicht werden können, stehen auch in diesem Sommer auf der Wunschliste vieler Reisewilliger.

Text: Cathrin Lührs