Ausprobiert: DO&CO Hotel München


Nach dem Hotel in Wien hat das Airline-Catering-Unternehmen DO&CO im Frühjahr sein zweites Haus eröffnet: mitten in Münchens schöner Altstadt. Seit Anfang September empfängt auch das japanische Edel-Restaurant der Unterkunft Gäste. Ein perfekter Anlass, um das DO&CO Hotel München von allen drei LuxusInsiderinnen gründlich unter die Lupe nehmen zu lassen!

Ein Erlebnisbericht der LuxusInsiderinnen Melli Haaß, Iris M. Köpke und Cathrin Lührs

Die Lage

von Iris M. Köpke

Dieses Wort werden Sie nicht oft in meinen Hoteltest-Artikeln lesen, aber hier ist es tatsächlich angebracht: perfekt. Die Lage des DO&CO Hotel München könnte besser nicht sein. Der Neubau "klebt" an der Frauenkirche mit ihren berühmten Doppeltürmen und liegt somit nur wenige Schritte vom quirligen Marienplatz entfernt. Das ist nicht nur "verkehrsgünstig gelegen", sondern auch hübsch: Aus vielen Zimmern blickt man direkt auf die Kirche, die kopftsteingepflasterte Fußgängerzone und die alteingesessenen Läden und Gastwirtschaften. Einziger Wermutstropfen: Taxis tun sich ein bisschen schwer, hierher zu finden – oder trauen sich möglicherweise nicht, in die Fußgängerzone hinein zu fahren. Besser Wartezeiten einkalkulieren oder gleich zu Fuß zum Taxistand um die Ecke gehen.

Das Design

von Cathrin Lührs

Wer nicht Bayern-München-Fan ist, muss im DO&CO Hotel München stark sein, denn das Haus ist dem Rekordmeister gewidmet. Schon im Eingangsbereich erblickt man jede Menge Merchandise, denn direkt ans Hotel angeschlossen ist ein offizieller Fan-Shop mit mehreren Etagen.

Das Fußball-Thema bleibt, wenn auch dezent, erhalten. Jede der 31 Zimmertüren, die stellvertretend für 31 gewonnene Meisterschaften stehen, sind im traditionellen Bayern-München-Rot gestrichen. Zudem ziert ein jeweils anderes Meisterschaftsfoto das Schildchen mit der Zimmernummer.

Je nach Zimmerkategorie finden sich auch in den Räumen Fotografien der Fußballstars oder auch Schnappschüsse anderer Prominenter, die einen Bezug zu München haben. Dass eben dieser Bezug einer der USP des Hotels sein soll, ließe sich allerdings durchaus noch stärker herauskitzeln.

Die Zimmer

von Iris M. Köpke

Selten von einem Einstiegsprodukt so überzeugt gewesen: Schon die Classic Rooms (23 Quadratmeter) überzeugen mit einem großzügigen Entree, der luftigen Gestaltung und der hochwertigen Innenausstattung – Stichwort "Mini"-Bar, an der rein gar nichts mini ist. Sogar Zitrone, Limone, Messer und Schneidebrettchen liegen bereit, damit man sich aus der Auswahl an großzügig bemessenen Spirituosen-Flaschen seinen Lieblingsdrink mixen kann. Die rundum verglaste Dusche ist in allen Kategorien riesig, besonders charmant finde ich aber die edel eingerichteten Junior Suiten mit Blick auf Rathaus und Dom durch die hohen Bogenfenster!

Tipp: Legt Ihr Kunde viel Wert auf hygienebezogene Privatsphäre, empfehle ich auf jeden Fall die Junior Suite Corner Rooms (Foto). Hier kann man das Bad komplett schließen und die separate Toilette verfügt über eine richtige, undurchsichtige Tür.

Die Penthouse Suite

von Iris M. Köpke

Und schon wieder ein Traum für Fans des FC Bayern München: Im Eingang der einzigen Penthouse Suite des Hotels hängt ein lebensgroßes Portrait von David Alaba, Javi Martínez und Jérôme Boateng – mit Original-Autogramm der drei Spieler. Oben geht es spannend weiter: Der einzige, 130 Quadratmeter große Raum der Suite punktet mit allerlei Hinguckern. Ein superstylisher Tisch-Kicker aus poliertem Holz etwa, ein echter Kamin und "das größte Dachfenster Münchens", das mit einem Wahnsinnsausblick auf die Frauenkirche bezaubert. Cool!

Aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange: Eine große, komplett schwarz eingerichtete Küche und eine Dachterrasse, die ebenfalls zur Frauenkirche rausgeht, sind weitere Muss-ich-buchen-Faktoren. Einzig die Tatsache, weshalb Schlafzimmer und Wohnbereich nicht voneinander abgetrennt sind, erschließt sich nicht. Gut zu wissen: Im Übernachtungspreis sind Wein, Snacks und das private Frühstück in der Penthouse Suite enthalten. Und wer die Suite als kleine Event-Location bucht, bekommt hier bis zu 25 Personen unter.

Die Kulinarik

von Melli Haaß

Welch Glück: Wir dürfen die Eröffnung des DO&CO Hotel-Restaurants zusammen mit geladenen Gästen der Münchener Schickeria erleben! Das Fine-Dining-Restaurant mit Einflüssen der japanischen Küche bietet Sushi, Sashimi & Co. auf höchstem Niveau. Sowohl der Inhalt der Speisekarte als auch die Restaurant-Sprache sind englisch – für uns ja kein Thema, aber ob manch alteingesessenes Münchner Urgestein das auch so cool findet, bleibt die Frage.

Sharing ist caring – und gehört hier ohnehin zum Konzept. Und so entscheiden wir uns nach ausgiebiger Mädels-Diskussion für diverse Köstlichkeiten zum Teilen. Und keine einzige enttäuscht! Zu meinen Favoriten gehören der Thinly Sliced Yellowfin und das Tuna Carpaccio. Als Hamburgerin ist frau zwar Sushi-verwöhnt, aber geschmacklich ist dieser Abend ein absolutes Highlight! Nur die schönen Ess-Stäbchen scheinen "noch im Zoll zu hängen", und die wenig hochwertig wirkende Variante passt so gar nicht zum Edel-Ambiente des Restaurants.

Die Preise für nicht geladene Gäste sind zugegebenermaßen gesalzen, aber die hervorragenden Drinks (für uns natürlich Cosmopolitans!) und lang vermissten DJ-Klänge machen das locker wett. Letzterer wird zukünftig immer donnerstags, freitags und samstags auflegen.

Im Erdgeschoß und mit gemütlicher Terrasse samt direktem Blick auf die Frauenkirche befindet sich das zweite Restaurant des Hauses: die Gastwirtschaft. Im casual-style Tagesrestaurant wird neben Mittag- und Abendessen auch das Frühstück serviert. Was für einen bayerischen Lunch oder eine zünftige Abendjause passt, ist für unser Frühstück eher ungemütlich – aufgrund direkt angrenzender Lobby. Und dass wir beim (langen) Warten auf das bestellte Frühstück dem Küchenpersonal durch Panoramafenster beim Kartoffelschälen zusehen können, erhöht den Gemütlichkeitsfaktor nicht wirklich. Schade auch, dass einer der Orangensäfte nie seinen Weg zu uns gefunden hat.

Der Stil der Lunch & Dinner-Küche: aktuell noch regionale Schmankerl, doch das wird sich wohl noch im Herbst ändern. Zukünftig sollen hier in Anlehnung an das Konzept aus der Wiener Albertina mediterrane Speisen von Israel bis Spanien auf die Münchner Teller kommen.

Der Service

von Cathrin Lührs

Zugegeben: Auf einer Stippvisite ist es nicht ganz leicht, den Service eines Hotels auf Herz und Nieren zu prüfen. Bestimmt Dinge fallen aber sofort auf, etwa der herzliche Empfang an der winzigen Rezeption. Schnell und modern per iPad sind wir eingecheckt und mitsamt Director of Sales & Marketing Lars Kliemann auf dem Weg zum Zimmer. Beim Rooming merkt man die Leidenschaft, mit der er für das Hotel brennt. Selten wurde mir eine Mini-Bar (und die im DO&CO ist wirklich spektakulär!) mit so einer Freude und gehörigen Portion Stolz präsentiert wie hier (Foto). Die wichtigen Dinge wie die in Hotels vermeintlich komplizierten Schalter für Licht und Klimaanlage werden ebenfalls nicht vergessen. Schade nur, dass meine gar nicht kühlt. Das merke ich aber leider erst mitten in der Nacht …

Auch Kollegin Köpke stolpert über einen Service-Glitch, und das ebenfalls ein bisschen zu spät: Zwar hat der Turn Down Service das Zimmer hübsch hergerichtet, das einzige, kleine Tübchen Duschgel – das schon beim Auffrischen vor dem Dinner dran glauben musste – aber nicht ersetzt. Fällt erst auf, wenn man mit schwerem Cosmopolitan-Kopf unter der Dusche steht und rockt mal so gar nicht als Start in den Tag. Nicht viel besser: Mein Duschgel war schon benutzt und nur noch halb voll.

Die Aktivitäten

von Melli Haaß

Das Gute liegt hier sehr nah... nämlich die Lage des Hotels und die Kooperation mit dem FC Bayern München, die sich beide in den Erlebnis-Angeboten des DO&CO wiederfinden. Letztere öffnet Tür und Tor zur Allianz Arena, die der "Normalo"-Fan nicht bekommt: von Wahnsinns-VIP-Plätzen und Lounge (Foto) mit privatem Koch, über Tickets zu Spielen, die auf dem freien Markt nicht (mehr) erhältlich sind, bis hin zu Privat-Touren hinter den Stadion-Kulissen.

Die zentrale Lage des Hotels ist zudem natürlich perfekt für Shopping-Fans. Und wem es zum um die Ecke gelegenen Edel-Kaufhaus Oberpollinger noch zu weit ist, der bucht sich eine private Shoppingtour inklusive Transfer. Der persönliche Shopping-Guide ist bei diesem Erlebnis aber nicht nur Chauffeur, sondern auch Fashion-Berater und Stylist. Er sorgt zudem für Séparées und private Kabine beim Anprobieren.

Noch nicht ganz spruchreif ist die geplante Zusammenarbeit mit der benachbarten Kunsthalle in der Theatinerstraße, die für ihre modernen und spannenden Ausstellungen bekannt ist. Details zu speziellen Führungen und Events sollen in Kürze folgen.

Fazit

Besonders – so kann man das DO&CO Hotel München auf jeden Fall bezeichnen. Dafür sorgen allein schon das FC-Bayern-Design und die Award-verdächtige Minibar! Wer in München mal ein ungewöhnliches Luxushotel testen möchte, ist hier goldrichtig und wird sich schnell zuhause fühlen. Eine Schippe drauflegen dürfen die Mitarbeiter im Service aber noch, insbesondere das Frühstück kann durchaus mehr Charme (und Geschwindigkeit) vertragen. Dabei darf man nicht vergessen: Auch, wenn das DO&CO Hotel München offiziell bereits seit dem Frühjahr geöffnet ist, hat die Pandemie Hotelbesuche lange unmöglich gemacht – die Übungsphase war also entsprechend kurz. Ein Besuch ist auf jeden Fall highly recommended, schon allein wegen des großartigen japanischen Restaurants!