LuxusBotschafter des Monats

Roman Melzer, Roman Traveldesign

Beinahe hätte es ihn in die Architektur-Branche verschlagen – oder in den Firmendienst. Doch zum Glück war der Lockruf des Luxusreise-Segments lauter, und so macht Roman Melzer heutzutage nicht nur anspruchsvolle Reisende glücklich, sondern gibt auch an sein Team weiter, was ihn selbst einst auf die Welt des Edel-Reisens vorbereitete. Ein Plausch im schönen Hamburg-Winterhude!

"Nach dem Abitur wollte ich eigentlich Architektur studieren, aber mein Notendurchschnitt reichte nicht aus, um sofort loszulegen. Also habe ich erstmal ein Praktikum in einem Reisebüro in Mannheim gemacht. Daraus wurden eine Ausbildung und zehn tolle Jahre in dieser Agentur, zum Schluss habe ich auch die Büroleitung übernommen.

Schon Ende der Neunziger ging das Büro für diese Zeit ungewöhnliche Wege und buchte etwa Airtours-Produkte und maßgeschneiderte Golfreisen, nie einfach Reisen von der Stange. Schon damals haben wir vieles direkt bei den Hotels eingekauft und konnten meistens ganz frei gestalten – das hat mir immer viel Freude gemacht.

Nach zehn Jahren war dennoch ein Tapetenwechsel fällig, weil ich unbedingt nach Hamburg wollte. Dort habe ich erstmal ein Jahr lang eine Bar geleitet, schließlich hatte ich schon früher in der Gastronomie gejobbt. Dabei habe ich die ganze Zeit die fixe Idee gehegt, dass ich unbedingt in den Firmendienst wollte – zum Glück ist daraus nichts geworden!

Dennoch wollte ich zurück in die Touristik und fing bei einer der damaligen Top-Agenturen der Hansestadt an. Das wurde allerdings nur ein kurzes Zwischenspiel: Auf einer Info-Reise nach Mauritius lernte ich Sabine Bargmann kennen, der das renommierte Reisebüro Tip Reisen gehörte. 2007 habe ich hier angefangen, schnell wurde aber klar, dass es einen Hintergedanken gab: Sabine wollte, dass ich die Agentur übernehme – aber ich dachte anfangs gar nicht daran!

Ich wollte ursprünglich wirklich nicht selbstständig werden, aber Sabine gab einfach nicht auf und ist mir in vielen Belangen entgegen gekommen. Und so habe ich 2010 die Agentur übernommen, deren Name von einer alteingesessenen und sehr bekannten Hamburger Reisebüro-Kette stammt. Diese wurde zwar Mitte der Neunziger komplett an die TUI verkauft, aber Sabine hielt immer noch die Markenrechte an dem Namen. Aus Respekt vor ihrem Lebenswerk und dem Renommé der Marke habe ich ihn lange beibehalten.

Nachdem ich mich in die Selbstständigkeit eingearbeitet hatte – die definitiv die beste Entscheidung meines Leben war! –, habe ich ein weiteres Büro in Eppendorf gekauft. Den Standort habe ich geschlossen, aber die tollen Mitarbeiter verstärken mein Team in Winterhude. Bis heute habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit keinen einzigen Tag bereut, auch während der Pandemie nicht. Von Vorteil war dabei, dass ich in meiner allerersten Agentur von Anfang an gelernt habe, eigenständig zu arbeiten und bei der Ausgestaltung des Jobs viele Freiheiten hatte. Heute agiere ich als Chef ganz genauso – meiner Meinung nach können Mitarbeiter so am besten wachsen und fühlen sich wertgeschätzt.

Von 2016 habe ich dann gemeinsam mit René Roseburg eine Zeitlang das Hamburger Büro von The Passionist geleitet. Dieser Schritt war für mich unglaublich lehrreich. Das Thema Eigenveranstaltungen und Führung eines Reiseveranstalters anzugehen, in Kontakt mit dem internationalen Netzwerk Virtuoso zu kommen – in dieser intensiven Zeit habe ich unglaublich viel gelernt, und es hat dazu beigetragen, dass sich meine Agentur so schnell entwickeln konnte. Und es hat mir natürlich auch dabei geholfen, meine Marke Roman Traveldesign zu entwickeln.

Die Marke 'Tip Reisen' Anfang 2020 durch 'Roman Traveldesign' zu ersetzen, war eine strategische Entscheidung. Website, Visitenkarte, Social Media – all das sind erste Eindrücke, die potenzielle neue Kunden von uns haben. Und da muss ein Markenauftritt einfach direkt als Türöffner fungieren. Was wir im Hintergrund operativ machen, hat sich dabei kaum verändert, auch wenn wir seit Juli 2021 vermehrt über unser internationales Netzwerk Serandipians by Traveller Made buchen.

Die Mitgliedschaft bei den Serandipians bringt auch meine Mitarbeiter noch einmal deutlich nach vorn: Sie können sich dadurch mit Kollegen in aller Welt vernetzen und an internationalen Webinaren und Fam Trips teilnehmen. Dieser Blick über den Tellerrand ist für uns fast genauso wertvoll wie die Extras, die wir unseren Kunden durch eine Buchung über das Netzwerk bieten können.

Erfolg ist für mich, wenn wir auch in Zukunft als Team so gut zusammenarbeiten wie jetzt. Mit acht Kollegen sind wir gerade eine perfekte Teamgröße, und alle verstehen sich richtig gut. Auch ich selbst möchte noch lange aktiv Luxusreisen verkaufen – ich bin überzeugt davon, dass es spannend bleibt, weil sich die Welt und das Thema Reisen momentan stark verändern. Dazu gehört auch die gestiegene Nachfrage nach Luxusreisen. Diese Entwicklung möchte ich auf gar keinen Fall verpassen."

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