Ausprobiert: Emerald Kaia


Reisen auf Wellen – und dann auch noch in Griechenland: Da schlägt das Melli-Herz gleich doppelt. Schon lange stand eine Emerald Cruise ganz oben auf meiner Wunschliste – und jetzt gleich zur Shakedown ab Athen eingeladen zu werden, fühlt sich wie ein Volltreffer-Träumchen an. Die Neugier ist groß – auf die neue Generation der Emerald-Superyachten aus australisch-lässigem Hause und auf dieses besondere Gefühl von Freiheit, Leichtigkeit und Luxus, das eine kleine, feine Yacht wie die Kaia verspricht. Ein Erlebnisbericht von LuxusInsider Director of Business Development Melanie Haaß

LuxusInsider-Podcast mit Host Dominik Hoffmann

– live von der Kaia aus Piräus

Das Schiff

Die Emerald Kaia ist ein echter Hingucker – und ein ziemlich freches Foto-Motiv. Neben den großen Kreuzfahrtschiffen wirkt sie fast schon süß und sorgt für neidische Blicke und gezückte Kameras von deren Gästen. Auf dem Bild rechts: die Discovery-Yacht Eclipse der Schwester Scenic Luxury Cruises. Und jetzt stellt Euch die Kleine mal neben den echt dicken Pötten vor…

2026 wird die Scenic Gruppe 40 – und die neue Kaia ist nur der ziemlich stylische Auftakt einer ganzen Flotte an Neuheiten aus dem australischen Unternehmen. Nach ihren Schwestern Azzurra und Sakara aus 2022/23 läutet sie die nächste Superyacht-Generation ein. Noch Ende 2026 soll die Raiya, 2028 dann die Xara dazu kommen. Und auch Scenic mischt mit der Ikon (2028) schon die Gerüchteküche auf.

Während bei den Discovery-Yachten von Scenic Entdecken auf absolutem Next-Level steht, geht’s bei den Emerald Superyachten entspannter zu: mehr Cruisen, weniger Expedition. Die kleine Kaia ist ganz klar eine Warmwasser-Lady. Outdoor is King – und die Marina am Heck der eigentliche Rockstar an Bord. Direkt vom Schiff ins Meer springen? Ja, ich will, aber sowas von! Spoiler: mimimi… kalt!

Foto: Scenic Group

Ready, steady, go: Zum Shakedown-Modus gehört der ehrliche Blick hinter die Kulissen. Umso positiver überrascht bin ich, dass die Kaia schon jetzt erstaunlich fertig im Hafen von Piräus auf mich wartet. Die Crew ist erst zwischen ein paar Stunden und drei Monaten an Bord und wirkt schon komplett entspannt und bestens gelaunt – mit diesem "Läuft schon!"-Grinsen im Gesicht.

Von allem einfach ein bisschen mehr: länger, breiter, großzügiger. Im Vergleich zu ihren Schwestern, die für 100 Gäste ausgerüstet sind, legt die Kaia nach: mit einem ganz neuen Outdoor-Bereich am Bug – dem Observation Sun Deck jetzt mit weiterem Jacuzzi – und einer erweiterten Marina Lounge sowie der Sky Bar, die jetzt auch bei weniger Postkartenwetter funktioniert. Zudem ist sie etwa zehn Prozent größer und bietet mit 14 zusätzlichen Suiten reichlich Platz für insgesamt 128 Gäste – auf nur sieben Decks insgesamt.

Das Konzept bleibt bewusst lässig: All-inclusive im F&B, ohne großes Tamtam. Weniger formell, mehr Yachting-Vibe. Dresscode adé: Das Dinner-Jacket kann getrost zuhause bleiben, stattdessen passen Seglerschuhe, Shorts und Poloshirt ins Gepäck. Denn bei Emerald geht es entspannter zu – etwas jünger, oft auch mit Familien.

Die Kaia kennt ihr Revier: Warmwasser only. Ägäis, Adria, Indischer Ozean mit Seychellen, Tansania und Kenia. Genau dort spielt ihre Outdoor-DNA in der Saison 2026/2027 ihre ganze Stärke aus.

Foto: Emerald Cruises

Die Staterooms & Suiten

Das ist der Vorteil, wenn man mit Profis an Bord ist: Ich inspiziere ganz entspannt alle Kategorien selbst – dank Liste der geöffneten Suiten. Auch wenn sich Luxus-Kreuzfahrten oft "von oben nach unten" verkaufen, starte ich mit der Einstiegskategorie: nur acht Oceanview Staterooms, die einzigen an Bord der Kaia ohne Balkon, dafür mit großem Fenster – und mit 21 bis 23 Quadratmeter nicht unbedingt klein. Die Ausstattung ist schon hier ziemlich komplett: soft-gefüllte Minibar, Kaffee- und Tee-Station, Schreibtisch, ordentlich Stauraum.

Danach hört "Nicht-Suite" auch schon auf: Welcome to your Balcony Suite (Foto) – inklusive tatataa – genau, Balkon mit Tisch und Stühlen. Mehr Platz auf 30 bis 32 Quadratmeter, dazu Couch, Sessel, Hocker, Tischchen.

Noch ein kleiner Upsell: die Deluxe Balcony Suite. Ein Stück größer mit 44 Quadratmeter, aber mit dem entscheidenden Unterschied, dass Schlaf- und Wohnbereich getrennt sind. Tür zu, Ruhe im Karton. Hier im Wohnbereich fällt mir auf: es fehlt hier und da noch ein bisschen Deko – ein Blümchen, ein Bild, kleine Stehrumsels. Aber wenn man weiß, wie interior- und designverliebt die Inhaberin ist, kann man sicher sein: nicht vergessen, sondern eher noch irgendwo im Zoll.

Foto: LuxusInsider

Für meine Lieblingskunden könnte ich mich an Eurer Stelle nicht zwischen einer Yacht Suite und einer Terrace Suite entscheiden. Beide im Heck, beide mit Terrasse – aber unterschiedlich gedacht. Die Terrace Suite setzt mit 77 Quadratmeter mehr auf Außenfläche, mit offenem Walk-through Closet. Die Yacht Suite punktet auf 82 Quadratmetern mit begehbarem Kleiderschrank als eigenem Raum und bissl mehr Raumgefühl.

Königsklasse sind natürlich die beiden Owner’s Suites: 131 Quadratmeter, großes Wohnzimmer, separates Schlafzimmer, separater begehbarer Kleiderschrank, Bad mit Wanne inklusive direktem Blick auf die See – und draußen eine Terrasse mit eigenem Jacuzzi (Foto). Mehr Yacht-Feeling geht kaum.

Good to know: Endlich gibt's auch Interconnecting! Acht der Balcony Suites lassen sich als Duo verbinden und werden zum privaten Family-Setup mit zwei vollwertigen Einheiten. Die Suiten unterscheiden sich minimal im Grundriss und Interior von den anderen Balcony Suites mit einer kleineren Couch und leicht variierenden Stauraumlösungen.

Foto: Emerald Cruises

Die Kulinarik

Jaaa ok, die Yachten von Emerald Cruises bieten nicht die granatenmäßige kulinarische Vielfalt wie eine Scenic Eclipse. Aber Butter bei die Fische: drei jederzeit frei wählbare Möglichkeiten sind absolut fein in Relation zur kleinen Gästezahl.

Was auf Azzurra und Sakara noch das Aqua Café war, ist auf der Kaia das Solea Bar & Bistro zum Pool hin. Morgens entspanntes Spätaufsteher-Frühstück, mittags leckerste Salat-Kunst, Bowls, Pizza, Pasta, Burger – alles auf hohem Niveau. Bei besserer Wetterlage als die Katastrophenwarnung, die wir in Griechenland alle aufs Handy bekommen, sicher abends ein echtes Träumchen – dann mit mediterranem Sharing Menu im Family-Style. La Cucina (Foto) ist das Signature-Restaurant – morgens und mittags mit Buffet, abends wird’s dann ein bisschen schicker mit Gourmet-Küche à la carte. Und dank offener Küche gibt’s die Chef-Show gleich live dazu. Das neue Highlight der Kaia hat sie sich bei ihren Cousinen Eclipse I und II abgeschaut: den Night Market. Ein kleines, feines Add-on mit Live-Cooking-Tresen für zehn Gäste, mit Reservierung und 75 US-Dollar Zuschlag – der sich definitiv lohnt. Das asiatische Menü mit acht Gängen kleiner Köstlichkeiten und Entertainment ist richtig yummy!

Trinken nicht vergessen bitte! Etwa in der großen Amici Bar & Lounge, in der alle Gäste gleichzeitig Platz finden würden. Mein Favorit und definitiv der Place to be ist die Sky Bar auf dem Top-Deck. Mir war's ein bissl frisch, sonst hätte ich meinen Sundowner-Cosmo garantiert im dortigen Jacuzzi genossen… Neu auf der Kaia: Der Barbereich hier oben lässt sich jetzt komplett schließen – funktioniert also auch bei frischer Brise.

Foto: Emerald Cruises

Die Aktivitäten

Hier wird nun klar, warum die Kaia nicht laut "All-inclusive" ruft. Anders als bei Scenic sind bei Emerald Ocean nicht alle Aktivitäten inkludiert, sondern nur ein bis zwei inkludierte Ausflüge pro Woche. Dafür bleibt man flexibel: Liegt die Yacht auf Reede, geht’s jederzeit per Tender an Land – ganz entspannt, wann immer man möchte. Für individuelle Landgänge stehen E-Bikes bereit, die man sich unkompliziert schnappen kann. Achtung: auf den Seychellen und später in der Karibik ohne e, also mit selbst strampeln.

Und dann kommt der eigentliche Game Changer, für den Emerald Cruises steht: das Erlebnis zu Wasser. Die Wasserratten-Paradies Marina wurde nochmals erweitert, jetzt mit eigener Lounge – und sobald die Kaia außerhalb eines Hafens ankert, wird sämtliches Spielzeug ausgepackt: Vom Pooldeck 5 huuuiiii per Riesenrutsche ins Meer, Stand-up Paddling, Kajak fahren, Seabob-Spaß. Geil auch die aufblasbare Wasser-Lounge! Ich sehe mich eigentlich schon mit einem Schirmchen-Drink in der Hand und Füßen planschend im warmen Mittelmeer, Anfang April fehlt dafür nur leider in Griechenland noch die "Warm-Komponente" und ich hab mimimi!

Für die An-Bord-Genießer wurde noch weiter aufgerüstet: Das Spa ist doppelt so groß wie auf den Vorgängerinnen und das Gym hat jetzt eine richtig schöne Outdoor-Plattform – perfekt für Yoga nicht nur mit Meerblick, sondern direkt über den seichten Wellen – und für den schnellen Hüpfer ins erfrischende Nass nach einer Runde Laufband & Co.

Foto: Emerald Cruises

Sinneseindrücke

So fühlt sich der Aufenthalt an

Feels like Family

Hier packen gerade alle so richtig mit an zum letzten Schiffs-Schliff. Captain Paravic steht just an der Gangway und lässt sich nicht abhalten, mir höchstpersönlich den Koffer an Bord zu tragen.

Feels like Home

Ich ertappe mich ein bisschen rot werdend dabei, wie ich in Nightwear die Treppe runter in die Bar schlüpfe, um mir an der großen Maschine einen Pro-Kaffee zu machen – statt "nur" Espresso in der Suite.

Ready to set sail

Für eine Shakedown fühlt sich das hier schon ziemlich wow nach echter Cruise an. Ich habe schon deutlich chaotischere Starts erlebt – hier fehlen wirklich nur noch Kleinigkeiten.

Too good to leave

Ab der ersten Sekunde fühle ich mich pudelwohl auf der Kaia. Irgendwo zwischen Kreuzfahrt und privatem Yachting, mit genau der richtigen Mischung aus Service und Freiheit. Love it!

Der Service

Ein kleiner persönlicher Haken auf meiner Liste: Kapitänssessel-Content ergänzt – nach der Eclipse jetzt auch auf der Kaia. Auf großen Linern undenkbar, hier dank Open Bridge Policy völlig unkompliziert – fast jederzeit ist man für einen Plausch herzlich willkommen auf der Brücke. Und so ist auch mein Gesamt-Eindruck vom Service: von Herzen, bestens gelaunt und sehr persönlich – und immer on spot.

Meine zwei persönlichen Service-Highlights: So geht es super los! Neben dem Check-in steht direkt ein fröhlich grinsender Maat, um mit mir in nur drei Minuten eine persönliche Sicherheits-Einweisung zu machen. Bekanntlich Pflicht zur See, aber auf vielen Kreuzfahrten nervige und zeitraubende Gemeinschafts-Drills. Und eines mittags bin ich zu spät zum Lunch und das Buffet schon abgeräumt – aber ich werde sofort gefragt, was ich möchte, und da ich nur ein Süppchen wollte, steht schwuppdiwupp ein frisch aus der Küche geholtes Erbsenschäumchen vor mir. Me likey!

Die Minibar ist mit Softdrinks & Bier inklusive und wird täglich aufgefüllt, auch mit soften Wünschen. Für alles darüber hinaus reicht einmal die Treppe rauf oder runter zur Bar oder Self-Service-Station. Dort kann man sich auch die Wasserkaraffen selbst nachzapfen, die in der Suite zweimal täglich aufgefüllt werden: heiß, kalt, still oder mit Sprudel. Doppel-Däumchen hoch für die zwei Karaffen in der Suite – eine still, eine sparkling, das hatte ich noch nie!

Noch ein paar Service-Stichpunkte: Laundry Service gibt’s gegen Gebühr, aber auch eine perfekt ausgestattete kostenlose Guest Laundry mit Waschmittel und allem pipapo. Frühstück kommt auf Wunsch ohne Aufpreis auf die Suite. Und last but not least: alle Trinkgelder inklusive.

Foto: LuxusInsider

What We Loved

✔ Intimität und Personality einer (fast privaten) Yacht ✔ Sleep like a baby – Rolläden runter, Welt aus ✔ No Bad Hair Yachting dank Dyson statt lahm pustenden Hotel-Föhns ✔ Ich Zwerg merk’s kaum, die Großen feiern’s und loben die Decken-Höhe ✔ Meistens versinke ich in den Dingern – hier endlich kein Einheits-Frottee, sondern Bademantel-Größen, die für Mr. und Mrs. Sinn machen

✔ Halleluja! Ein richtig gutes W-LAN, no more words needed für vielreisende kleine LuxusInsiderinnen

Not So Much

✖ Noch zu kalt ist die griechische See für all das tolle Wasserspielzeug – leider nur gucken, nicht rutschen

✖ Stille? Fast. Die Klimaanlage meiner Suite hat trotz OFF noch ein leises Wörtchen mitzureden

✖ TV-Auswahl überschaubar – rund 13 Programme und keine Smart-Connectivity für Netflix & Co. Nicht, dass ich das bei den viel schöneren Aussichten bräuchte, aber der ein oder andere TV-Junkie könnte das anders sehen

✖ Da kann die Kaia nix für, aber Ägäis sagt: nope – Route wegen katastrophenartiger Wetterlage kurzfristig geändert, statt Santorini, Rhodos & Zypern geht's nur einmal in den Saronischen Golf zur eleganten Insel Spetses. Sicherheit geht vor, klar. Und mit so einem kleinen Cruiser hat man immerhin auch spontan den Vorteil, die kleinen feinen Spots anzusteuern

✖ Schnief, schnief, schnief – nach nur drei Nächten muss ich von Bord und die Kaia ihren ersten "echten" Gästen für die Jungfernfahrt überlassen

Fotos: Sky Deck LuxusInsider, Food Emerald Cruises

Fazit

Skepsis adé! Das ein oder andere zart-kritische Stimmchen aus den Anfangszeiten von Emerald auf dem Ozean kann getrost verstummen. Ja, im Vergleich zur Scenic Eclipse zeigt sich die Emerald Kaia an der einen oder anderen Stelle zurückhaltender – zum Beispiel beim Service. Aber der Vergleich mit einem Ultra-Luxus-Produkt hinkt natürlich auch. Beim Design rückt die Kaia dafür deutlich näher an die Eclipse heran als an ihre älteren Emerald-Schwestern. Und für alle Kunden, die es auch selbst schaffen, ihre Koffer auszupacken und die keinen Butler brauchen, der sie 24/7 betüddelt, ist das Casual-Konzept genau richtig: keine Modenschau, kein Chichi – einfach entspannt Luxusurlaub und Meer genießen.

Kontakt für Reiseprofis: Achim Weber, Head of Sales DACH, Middle East, Africa

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