Ausprobiert: Explora III · Explora Journeys


Aller guten Schiffe sind drei – oder? Als die Einladung zur Preview-Fahrt samt Naming Ceremony auf der Explora III eintrudelt, fragt sich der geneigte Journalist natürlich: "Lohnt sich das? Oder ist das Schiff einfach nur ein Aufguss der beiden Vorgängerinnen?". Ist es nicht, soviel sei schon hier verraten. Was genau es an Bord alles zu entdecken gibt und ob sich ein Besuch im Edel-Restaurant Anthology wirklich lohnt – wir haben's für Euch ausprobiert. Erlebnisbericht von LuxusInsider-Chefredakteurin Iris M. Köpke

LuxusInsider-Podcast mit Host Dominik Hoffmann

– live von der Explora III

Das Schiff

Schon von außen wirkt die Explora III mit ihrer schnittigen Silhouette, der dunkelblauen Lackierung und dem güldenen Logo ausgesprochen elegant. Im Inneren tut sich dann eine Welt aus dezenten Creme- und Grautönen auf – mit viel, viel Platz. Und damit sind wir auch schon bei den wichtigsten Unterschieden zu den beiden ersten Explora-Schiffen: Die Explora III ist zunächst einmal 19,2 Meter länger als ihre Schwestern. Entsprechend finden zwei zusätzliche Suiten – darunter eine Owner's Residence – Platz und die öffentlichen Bereiche profitieren von einer noch großzügigeren Gestaltung. Das Konzept geht auf: Platz ist King. Klar, das Schiff ist zur Shakedown nicht voll besetzt. Dennoch ist es bemerkenswert, wie man überall sofort ein Plätzchen findet und nirgendwo anstehen muss, nicht mal bei den Damentoiletten an den Restaurants. "Das verläuft sich" funktioniert hier perfekt.

Die Explora III ist das dritte von sechs geplanten Schiffen der MSC-Luxusmarke Explora Journeys. Wobei… bleibt es wirklich bei sechs? President Anna Nash macht auf jeden Fall geheimnisvolle Andeutungen. Fest steht: Dieser Luxusliner ist das erste LNG-betriebene Schiff der Explora-Flotte. Mit Platz für maximal 922 Gäste und einem Crew-zu-Passagier-Verhältnis von 1.25:1 schippert sie auf jeden Fall unter großen Erwartungen los.

Die Kabinen

Die Explora III bietet insgesamt 461 Kabinen, allesamt mit Meerblick. Ich wohne in einer Deluxe Penthouse Suite (Foto) und bin sehr angetan: Ich habe nicht nur viel Platz, sondern vor allem auch ausgesprochen viel Stauraum – eine Seltenheit an Bord von Kreuzfahrtschiffen. Neben dem großzügig gestalteten Wohn-Schlafraum mit Essbereich für vier Personen kann ich mich auch im begehbaren Kleiderschrank mit Schminktisch, Hocker und Dyson-Fön ausbreiten. Das Badezimmer ist ebenfalls schick, allerdings wäre ein zweites Waschbecken in einer Penthouse-Kategorie ein Sahnehäubchen, falls man zu zweit unterwegs ist. Und, wichtig für Gäste mit Handicap: Ich habe keine Walk-in-Shower, sondern muss zum Duschen in die Badewanne klettern. Grundsätzlich könnte ich es in dieser Kategorie aber problemlos für zwei, drei Wochen mit Schatzi aushalten.

Gästen stehen 12 Suiten-Kategorien zur Auswahl. Beim Besichtigen der Show-Suites fallen mir besonders die Retreat Residence und die Cove Residence auf: So ein Whirlpool auf dem Balkon ist schon eine feine Sache – ebenso wie das Badezimmer mit Meerblick. Klar: Wer's ganz opulent braucht, bucht die riesige Owner's Residence. Allen gemein ist der Residence Gastgeber, der sich explizit um diese Premium-Gäste kümmert.

Die Neuheiten

Als erstes fällt mir die Lobby auf: Sie wurde komplett überarbeitet und kommt jetzt mit weichen, geschwungenen Formen daher. Und die Rezeption liegt ein bisschen versteckter. Wirkt viel gemütlicher! Auch der Helios Pool auf Deck 12 (Adults-only) ist neu gestaltet worden – und punktet jetzt mit deutlich mehr Schattenbereichen und Cabanas.

Neu sind auch der Chopard-Shop und das Ocean Atelier, eine Schmuck-Boutique mit Stücken der monegassischen Designerin Fanny Blanchelande, die alle vom Logo von Explora Journeys und der maritimen Themenwelt inspiriert sind. Entzückend, die zart gearbeiteten Ringe und Armbänder im Schiffstau-Look! Ein alter Bekannter ist der Rolex-Shop, den es schon auf der Explora I gibt und der hier ein Comeback feiert.

Weiterentwickelt wurde auch der Nautilus Club, der jetzt getrennte Räumlichkeiten für Teens und Dreikäsehochs hat. Auf Deck 14 finden Gäste einen 180 Quadratmeter Outdoor Court, der sich für Tennis, Padel und Basketball eignet (und natürlich von Explora-Markenbotschafter Jannik Sinner eingeweiht wurde). Die spannendste Neuheit begegnet mir im Spa: der spacig aussehende Soundpod (Foto), ein kokon-artiges Klangtherapie-Bett, in dem die Gäste mit einer 15 Kilogramm schweren Therapiedecke zugedeckt und dann mit Frequenzen beschallt werden, die angeblich sogar NASA-Astronauten beim Abschalten helfen.

Die Kulinarik

Wer die ersten beiden Explora-Schiffe kennt, bewegt sich auf der Explora III zunächst einmal auf bekanntem Terrain: Das Marketplace ist nach wie vor ein außergewöhnliches Buffetrestaurant mit einer Riesen-Auswahl und hervorragender Qualität, aber eben dem Ambiente eines, nun ja, Buffetrestaurants. Im Fil Rouge gibt's immer noch französische Küche, im Med Yacht Club mediterrane Speisen. Das Steakhouse Marble Co. & Grill war während der gesamten Reise komplett ausgebucht, daher wurde das Sakura mit seinen japanischen Köstlichkeiten schnell mein Favorit. Neu dabei sind der Shore Club im Strandrestaurant-Stil, The Cellar (Foto) mit einer umfangreichen Weinauswahl und kleinen Häppchen sowie The Chef's Table für private Dinner nach ganz persönlichen Wünschen.

Heiß diskutiert unter den mitgereisten Luxusreise-Profis war das Gourmet-Restaurant Anthology – das einzige an Bord, das einen Aufpreis kostet (165 Euro plus 70 Euro für die Weinbegleitung). Drängendste Frage: Lohnt sich das? Meine Meinung: Wer einen Abend lang Chi-Chi-Küche mit exzellentem Service möchte, kann hier einen sehr schönen Abend verbringen. Allerdings steht sich Explora mit dem Konzept ein bisschen selbst im Weg. Denn das kulinarische Niveau an Bord ist durchgehend so hoch, dass es im Anthology eben nur ein bisschen höher ist und nicht in einer komplett anderen Liga spielt. Auch hat die Weinbegleitung noch Luft nach oben, dafür ist das Service-Team absolut entzückend.

Sinneseindrücke

So fühlt sich der Aufenthalt an

Stylish

Die Farben, die Stoffe, die Formen: Die Explora III ist très chic, elegant und ein echtes Highlight für alle Stil-Enthusiasten.

Fröhlich

Das Team an Bord ist nicht nur höflich-professionell, sondern strahlt echte Fröhlichkeit und ganz viel Warmherzigkeit aus. We like!

Geräumig

So viel Platz, so hohe Decken: Das Schiff fühlt sich an wie ein Boutique-Hotel auf dem Wasser. Weder gedrungen noch Gedränge!

Leger

Steifer Luxus war gestern: An Bord kleidet man sich Smart Casual – und übersieht entspannt alle Ausreißer nach unten und oben.

Die Ausflüge

Schon als das Programm kurz vor Abreise eintrudelt, bin ich hellauf begeistert: Der einzige Stopp auf unserer Kurzreise ist – Trommelwirbel – Portofino! Das wollte ich mir immer schon mal anschauen, jetzt wird mir das Bucket-List-Item quasi auf dem Silbertablett serviert.

Und genauso entzückend ist es dann auch: Nach dem Tendern macht mein Grüppchen erstmal unzählige Fotos vom kleinen Hafen und den vielen bunten Häusern. Italien-Klischee par excellence! Dann geht's zwei Buchten weiter zum Lunch ins liebevoll eingedeckte Strandrestaurant Langosteria at Paraggi mit Blick auf die im Wasser planschenden Badegäste. Ist das süß hier! Okay, der Service hätte ein kleines bisschen schneller sein können, aber egal: Diese Tomaten müssen geradewegs aus dem Paradies stammen. Oder wie ein amerikanischer Gast es formuliert: "If this is what a tomato tastes like, I'm staying right here!"

Im Anschluss schippern wir auf kleinen Schnellbooten mit je sieben Personen rund um die Küste. Und die ist noch schöner und spektakulärer als erwartet! Abkühlung bringt ein Badestopp. La Dolce Vita – und ich genieße jede Minute. Selbst für einen kleinen Bummel bleibt danach noch Zeit, da der letzte Tender erst um 22.30 Uhr zurück zur Explora III geht. Was so ein Spaß kostet? Gute Frage: Bei dieser Shakedown-Cruise waren keine Ausflugsangebote in die Explora-App geladen worden. Aber eine gute Nachricht in Sachen Destination Experiences gibt es dennoch: Diese werden ab sofort verprovisioniert.

Der Service

Erstaunlich, wie gut eingespielt die Crew bereits wirkt – schließlich ist das Schiff gerade einmal sieben Tage auf den Weltmeeren unterwegs, als ich an Bord gehe. Na klar gibt's hier und da kleine Glitches in der Luxusmatrix, aber die sind wirklich keine große Sache und werden in aller Regel blitzschnell ausgebügelt. Apropos blitzschnell: Mein Suitenhost ist entweder unsichtbar oder so schnell, dass ich ihn deshalb nie zu Gesicht bekomme. Fakt ist: Ein kurzer Gang über das Schiff und mein Zimmer sieht aus wie neu. Noch mehr in Erinnerung als das professionelle Auftreten der Crew bleibt mir aber ihre Herzlichkeit. Von der Dame bei der Dining Reservation, die mir ruck-zuck das pieksende Etikett hinten aus dem Sommerkleid schneidet, so dass ich entspannt auf meinen Ausflug gehen kann, bis hin zum Kellner im Buffetrestaurant, der wie selbstverständlich meinen Piepser nimmt und die fertige Pasta abholt und mir bringt – fast alle an Bord sind wirklich zum Knuddeln! Mein persönlicher Favorit: Servicekraft Desy im Med Yacht Club, die sich nicht nur zwei Beine für ihre Gäste ausreißt, sondern auch immer noch zu einem Scherzchen aufgelegt ist.

Snapshots der Naming Ceremony in Barcelona

Taufrede von Explora-Journeys-President Anna Nash

Links im Bild: Die aufgeregte Taufpatin Cristina Ozores.

Anschließend: Party auf dem Pooldeck!

What We Loved

✔ Die entspannte Sicherheitsübung: Geht man das erste Mal an Bord, ist als allererstes eine Stippvisite an der Sammelstelle Pflicht. Dort befinden sich im Fall der Fälle auch die Rettungswesten – nix mit Schleppen, Antüdeln und dann in brütender Hitze warten, bis alle Gäste da sind. Mega! Erst dann geht's in die Suite, wo man noch in aller Ruhe das Notfall-Video gucken kann. ✔ Die Herzlichkeit der Crew. All thumbs up! ✔ Die geniale DJane in der Sky Bar ✔ Die Ausstattung des begehbaren Kleiderschranks: vom Edel-Steamer bis zum Dyson-Fön ist alles da, was das Damenherz begehrt ✔ Die Mega-Auswahl im Buffetrestaurant Marketplace. Wo soll man da bloß anfangen?! ✔ Den geräumigen Balkon im Deluxe Penthouse

Not So Much

✖ Die vielleicht härtesten Kopfkissen der Welt. Also sollten Eure Kunden mal Beef mit jemandem an Bord haben – einfach zur Kissenschlacht einladen… ! ✖ Der Wasserdruck der Handbrause. Niedlich! Außer, man versucht, das Shampoo aus langen Haaren zu spülen. ✖ Der einsame Check-in-Prozess – charmanter wäre es, wenn einen jemand auf die Suite begleitet. Und wieso braucht mein Koffer satte vier Stunden, bis er geliefert wird?!

Fotos: Explora Journeys (6), LuxusInsider (5)

Fazit

Eines wird auf der Explora III klar: Explora Journeys hört zu – und handelt entsprechend. Viele der Änderungen, etwa die Schattenbereiche am Adults-only-Pool, sind auf das Feedback von Gästen hin entstanden. Man sieht eine deutliche Evolution zu den beiden ersten Schiffen, ohne dass das Konzept komplett umgekrempelt wurde. Wieso auch – das funktioniert im Großen und Ganzen hervorragend. Die Explora III ist ein Schiff, auf dem man sich rundum wohlfühlt. Dazu trägt auch die All-Inclusive-Verpflegung bei: wie entspannt, nicht jede Cola einzeln angerechnet zu bekommen. Das kulinarische Niveau ist einem Luxusschiff absolut würdig und das knuffige Team scheint von Anna Nash (Ex-Aman) mit jeder Menge Hospitality-DNA versehen worden zu sein. Die Autorin dieser Zeilen ist nicht per se ein Mega-Kreuzfahrt-Fan, würde mit der Explora III aber jederzeit in See stechen.

Kontakt für Reiseprofis: Thomas Majer, Business Relationship Lead Central Germany, Explora Journeys

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