Ausprobiert: Isbreen – The Glacier
Spulen wir mal zu August 2025 zurück: Auf einer renommierten Luxusreisen-Fachmesse stellen rund 40 CEOs aus der Branche ihre Edel-Produkte vor. Ich bin schockverliebt in ein ungewöhnlich aussehendes Iglu-Resort im Nordlicht-Paradies Nordnorwegen… und darf auf Einladung von Inhaberin und Due-North-Chefin Christine C. Gaffney tatsächlich kommen! Ich habe zwei keine Ahnung, was genau mich erwartet, aber: Bucket List Experience, here I come! Ein Erlebnisbericht von LuxusInsider-Chefredakteurin Iris M. Köpke
LuxusInsider-Podcast mit Host Dominik Hoffmann
– live aus Isbreen The Glacier
Das Resort
Schon der Ortsname könnte kaum niedlicher klingen: Isbreen liegt am Jøkelfjord, inmitten der rauen Natur Nordnorwegens und etwa 75 Minuten Autofahrt vom Flughafen Alta entfernt. Wobei eilige Gäste natürlich den Helikopter der DMC Due North Travel nutzen, der das Resort gehört, denn ein Helipad ist selbstverständlich vorhanden. Einmal angekommen, sind die Laufwege kurz: Vier Zelt-Iglus gruppieren sich um ein Haupt- ähm… häuschen, in dem die Mahlzeiten serviert werden. Liegt Schnee, so wie jetzt zur Polarnacht, sieht es aus der Ferne ein bisschen so aus, als würden neugierige Oktopusse ihre Köpfchen ein Stück weit aus der hellen Wasseroberfläche herausstecken. Gucci-Täschchen und Co. können Eure Kunden übrigens getrost zu Hause lassen – damit beeindruckt man Schlittenhunde (und etwaige andere Gäste) hier nur mäßig.
Foto: Théo Stora
Die Iglus
Aktuell gibt es vier Iglus, alle nur wenige Schritte vom Haupthaus entfernt. Ich darf in "Skalsatind" wohnen, dem einzigen Doppel-Iglu mit einem riesigen separaten Wohnzimmer-Bereich. Insgesamt kann ich mich auf 145 Quadratmetern ausbreiten – zugelassen ist das Doppel-Iglu für bis zu vier Gäste, weil in der Lounge Area eine Ausklapp-Couch steht. Dann gibt es noch "Vika", das neuste Iglu, das mit todschickem Innendesign punktet, und "Huldrestein", das vom Stil her wie eine kleinere Version von "Skalsatind" anmutet. "Rammstein" ist das älteste Iglu – besichtigt man alle vier, fällt einem sofort die Evolution auf: Es wurde von Mal zu Mal immer noch ein bisschen schicker und komfortabler. Übrigens, falls Eure Kenntnisse in nordnorwegischer Geografie so wackelig sind wie meine: Das sind allesamt Namen, die von der umgebenden Landschaft inspiriert wurden, etwa von Bergen oder Buchten. Wichtig zu wissen: Die drei Einzel-Iglus bestehen nur aus einem Schlafraum mit Badezimmer und können jeweils zwei Gäste beherbergen. Zwei zusätzliche Doppel-Iglus sind bereits in Planung!
Foto: Joseph Michael Sturdivant
Bei der ersten Inspektion meines Home away from Home klappt mir die Kinnlade runter: Mit so viel Platz hatte ich beim Begriff "Iglu" nicht gerechnet. Und mit so einem Style-Niveau auch nicht! Inhaberin Christine C. Gaffney hat jedes Beistell-Tischchen, jede Untertasse und jede Lampe persönlich ausgewählt – und die Dame hat Geschmack! Wer auf nordisches Design steht, ist hier im Interieur-Himmel. Dennoch ist alles angenehm zurückhaltend gestaltet, denn der wahre Zauber spielt sich natürlich über dem kleinen Oberlicht und vor den Panorama-Fenstern ab, die bei allen Iglus zum Fjord hin ausgerichtet sind: Nordlichter!!!
Doch zurück zur zauberhaften Inneneinrichtung: Ich habe ein großes, wunderbar helles Badezimmer, das bereits erwähnte Riesen-Wohnzimmer, ein Gästebad und einen langgestreckten Flur, der beide Iglus verbindet. Zu jedem Iglu gehört auch ein privater Hot Tub mit Blick auf der Fjord. Kuschelig warm hat man es aber auch drinnen: Sowohl im Wohn- als auch im Schlafbereich sorgt ein "Püsterchen" (Grüße an Julian Zenker!) für warme Luft, neben dem Bett prasselt zudem ein gemütlicher Holzofen. Ebenfalls in beiden Bereichen entdecke ich je einen Kaffeeautomaten und eine (inkludierte) Mini-Bar. Challenge accepted!
Foto: Katie Farr
Die Kulinarik
Dass ich meinem Impuls widerstanden und Koch Stian Leon Holme vor meiner Abreise nicht gekidnappt habe, bedurfte großer Willenskraft. Denn auch, wenn man hier gar keinen Sternen nachjagt – verdient hätte er (mindestens) einen. Mittags und abends kredenzt der junge Koch liebevoll ausgetüftelte Kreationen aus fast ausschließlich regionalen Zutaten. Und zu jedem Gang gibt es eine ausführliche Erklärung, welche Früchte, Pülverchen und Gewürze er hierfür nun gesammelt, getrocknet und fermentiert hat – ganz großes Kino! Garniert mit so beläufigen Bemerkungen wie: "Oh, und den Fisch hat Team-Mitglied Sara für Sie im Fjord geangelt." Sense of Place auf der Zunge!
Aber auch das Frühstück braucht sich nicht zu verstecken: Liebevoll eingedeckt von eben jener angelkundigen Sara Orzel, die uns zum Start in den Tag Joghurt mit frischen Früchten und hausgemachtem Müsli, Smoothies, Räucherforelle, Waffeln, norwegischen Karamellkäse und von Owner Christine selbstgebackenes Brot reicht. Uns? Yep, alle drei Mahlzeiten werden gemeinsam von allen Gäste im Esszimmer des Haupthauses eingenommen. Perfekt, um Erlebnisse auszutauschen!
Foto: LuxusInsider
Die Aktivitäten – on Property
So schön die Iglus auch sind – natürlich kommt man vor allem hierher, um die raue Natur Norwegens in all ihrer Schönheit zu erleben. Das geht direkt vor der Tür: Wie wär's zum Beispiel mit einer Runde Arctic Floating? In knallorange Survival Suits gesteckt, hilft Inhaberin Christine den Gästen die paar Schritte zum Ufer des Fjords hinunter (ist nämlich gar nicht so einfach, in diesen Dingern zu laufen!). Dann heißt es: Bye-Bye, Komfortzone! Ungelenkt stapft man über die bemoosten Steine ins eiskalte Wasser. Immer tiefer hinein, bis man sich rücklings fallen lassen kann. Aaaaaahhhh! Oh – eigentlich gar nicht so schlimm. Die speziellen Eigenschaften des Anzugs lassen einen ganz entspannt auf dem Rücken treiben und halten (verhältnismäßig) warm. In dieser Position sieht man nur den blauen Himmel und ringsum die schneebedeckten Gipfel. Regelrecht meditativ!
Und im Anschluss? Schneeschuh-Wandern oder Fass-Sauna mit Fjordblick, das ist hier die Frage. Ganz Mutige (oder solche, die ihren Besuch in den Sommer legen) lassen sich den Infinity Skyroom herrichten: Ein großes Doppelbett unter freiem Himmel auf einem Hügel mit wunderbarem Blick auf den Fjord. Und natürlich auf die Nordlichter! Ein knisterndes Feuer und Champagner werden auf Wunsch ebenfalls vorbereitet.
Foto: Théo Stora

Foto: Isbreen The Glacier/Sara Orzel

Foto: Théo Stora

Foto: Théo Stora
Die Aktivitäten – off Property
Woher stammt eigentlich der Name Isbreen? Das erfährt man auf einer Whale Watching Safari auf dem Jøkelfjord – selbstredend als privater Ausflug mit einem eigens gecharterten Schiff (mit warm beheiztem Innenraum!). Kapitän Storm versüßt das Erlebnis mit heißer Schokolade und seiner echten Begeisterung für seinen Job. Verständlich: Dank Polarnacht (ja, es wird richtig hell – man sieht nur den Sonnenball nicht) fahren wir in ein unglaubliches Farbspektakel hinein: Der Himmel erstrahlt in Babyblau, Zartlila und Zuckerwatte-Rosa. Erster Stopp: am Gletscher Isbreen (aha!). Kamera-Zoom raus: Die Gletscherspitzer besteht aus dem leuchtend türkisblauen Eis, aus dem Arktisträume sind. Hach! Und jetzt braucht man die Kamera oder das Phone nicht wieder einzupacken, denn im Fjord wimmelt es von Orcas, Buckelwalen und Adlern. Was man hingegen nur ganz selten sieht: andere Whale Watching Boote.
Natürlich sind auch nordische Klassiker wie Skifahren, Wandern, Schlittenhunde-Ausflüge unterm Nordlicht, Kanu- und Kayak-Touren und Angeln möglich – je nach Jahreszeit. Und bald wächst die Auswahl an Aktivitäten wohl noch: Tore und Vegard Karlstrøm, zwei waschechte Local Legends, werden ab September zu On-Site Guides und stehen den Gästen dann noch häufiger zur Verfügung. Isbreen ist das ganze Jahr über geöffnet.
Foto: Théo Stora
Sinneseindrücke
So fühlt sich der Aufenthalt an
Familiär
Christine Gaffney und ihr Team haben das Konzept "Zu Gast bei Freunden" perfektioniert. Wo bitte wird sich noch so unglaublich persönlich gekümmert?!?
Luxuriös
Iglus in Nordnorwegen – was rustikal klingen mag, ist an Komfort kaum zu überbieten. Vom Edel-Champagner bis zur Matratze: In Isbreen ist alles vom Feinsten.
Kalt
Ja, logisch: In der Arktis ist es im Winter kalt. Trotzdem waren einige Gäste ziemlich verblüfft, wieviel eisiger sich -13 Grad Celsius hier anfühlen als anderswo. Brrrrr!
Geerdet
Die Natur lässt ihre Muskeln spielen, zwischen den Gipfeln fühlt man sich klein und unbedeutend. Gegessen wird, was die Umgebung hergibt. Ist das dieses berühmte "zu sich selbst zurückfinden"?
Der Service
Wer jedes Jahr so viele Luxushotels, und solche, die es sein möchten, live und in Farbe erlebt, der weiß: Guter Service ist auch im Hochpreis-Segment nicht mehr selbstverständlich.
Ein Problem, von dem man hier noch nie gehört hat. Die Gäste möchten um 18.20 Uhr in die Sauna? Dann wird diese zu genau dem Zeitpunkt wohltemperiert sein. Das Gepäck ist nicht angekommen? Kein Problem, hier ist eine Auswahl bequemer Winterstiefel. Und jemand wird morgen selbstverständlich zweieinhalb Stunden Fahrt auf sich nehmen, um die verspäteten Koffer herzubringen. Man möchte die Daheimgebliebenen mit Fotos von sich unterm Nordlicht neidisch machen? Chefin Christine Gaffney (Foto) ist meisterhaft darin, sowohl die Gäste als auch die Polarlichter erstrahlen zu lassen – und übernimmt leidenschaftlich gerne den Part des menschlichen Nordlicht-Alarms! Und dann gibt es da noch Housekeeper Anna, die man zwar fast nie zu Gesicht bekommt, die aber wie ein dienstbarer Geist dafür sorgt, dass die Iglus stets picobello sind – und dort jeden Abend hausgemachte Kekse oder köstliche kleine Pralinchen platziert. Überall treffe ich auf Menschen, die unbändige Freude daran zu haben scheinen, Gastgeber zu sein.
Foto: LuxusInsider
What We Loved
✔ die Nordlichter – am spärlich besiedelten Jøkelfjord gibt's quasi keine Lichtverschmutzung und die Polarlichter tanzen dank der Lage direkt unter dem Aurora-Oval besonders intensiv ✔ die Begeisterung, die jeder Mitarbeiter ausstrahlt ✔ das weitläufige Doppel-Iglu – so viel Platz ist selbst bei Top-Suiten in Luxushotels nicht selbstverständlich ✔ die großzügig bestückte Amenity-Schublade im Badezimmer – ich hätte fast nichts mitbringen müssen ✔ die kuscheligen Fäustlinge, die Locals gestrickt haben, und die als Willkommensgeschenk auf dem Bett liegen ✔ die niedlichen Details bei Tisch – hölzernes Buttermesser mit eingraviertem Rentier, anyone?! ✔ die Gefühl, mein Iglu beim Verlassen nicht abschließen zu müssen, obwohl ich es könnte ✔ die knusprigen Haferkekse
Not So Much
✖ den unbeheizten Mini-Flur mit Bewegungsmelder zwischen Schlaf-Iglu und Badezimmer – muss man nachts mal für kleine Chefredakteurinnen, steht man urplötzlich in HELL!!! KALT!!! und soll dann wieder einschlafen… Problem erkannt: im neuesten Iglu "Vika" ist der Flur beheizt ✖ die Schlitten bei der Hundeschlitten-Fahrt – geht da noch ein bisschen mehr Polsterung, bitte? ✖ die Preise für die Aktivitäten sind norwegisch-heftig – aber auch hier naht Abhilfe: Ab der kommenden Saison (9/2026) wird Isbreen zu einem Fully All-inclusive Resort.
Fotos: LuxusInsider
Fazit
Alle reden von Experiences, in Isbreen wird diese Art von Luxustourismus tagtäglich gelebt. Die Fülle an wunderschönen Eindrücken und Lifetime Memories, die man hier an einem verlängerten Wochenende sammeln kann, ist sensationell. Und auch wenn die Unterkünfte etwas ganz besonderes sind und selbst einen gewissen Erlebnischarakter mitbringen: Es ist das leidenschaftliche, begeisterungsfähige Team, das den Aufenthalt hier unvergesslich macht. Drei Nächte – und zack! gehört man gefühlt zur Familie. Love it!
Kontakt für Reiseprofis:
Inhaberin Christine C. Gaffney