Luxus-Momente in der Natur

Australien

Die ganze Luxusreise-Branche pocht lautstark darauf, dass Luxus heutzutage "experiential" ist. Und scheint dabei kaum zu bemerken, dass ein Land am anderen Ende der Welt das Konzept vom Erlebnisluxus in der Natur längst perfektioniert hat. Höchste Zeit, einige von Australiens Bucket-List-Hotspots noch einmal aus Edel-Perspektive unter die Lupe zu nehmen. Machen wir uns auf nach South Australia und ins Northern Territory!

Foto: Tourism Australia

Foto: Tourism Australia

Luxus-Momente in der Natur

Australien

Die ganze Luxusreise-Branche pocht lautstark darauf, dass Luxus heutzutage "experiential" ist. Und scheint dabei kaum zu bemerken, dass ein Land am anderen Ende der Welt das Konzept vom Erlebnisluxus in der Natur längst perfektioniert hat. Höchste Zeit, einige von Australiens Bucket-List-Hotspots noch einmal aus Edel-Perspektive unter die Lupe zu nehmen. Machen wir uns auf nach South Australia und ins Northern Territory!

Hotel-Tipps

Sequoia Lodge

Adelaide Hills

Flug – welcher Flug? Wenn die Torflügel zur Sequoia Lodge in den Adelaide Hills aufschwingen, öffnet sich eine Bubble, die einen sämtliche Flugstrapazen nach Down Under sofort vergessen lässt. Das Adults-only-Hotel, das seit November 2025 Mitglied von Relais & Châteaux ist, ist eine kleine, heile Welt für sich – kein Wunder, dass die meisten Gäste das Anwesen während ihres Aufenthalts nicht verlassen. Obwohl die Lodge nur rund 35 Fahrminuten vom Flughafen Adelaide und 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt, hört man hier keinerlei Verkehrslärm. Statt dessen singende Vögel und das Summen eifriger Bienchen, die sich über den Lavendel im Garten hermachen. Beim Betreten der Lobby eröffnet sich der Blick über die üppig bewachsenen Adelaide Hills durch riesige, bodentiefe Panoramafenster. Für die Check-in-Formalitäten wird man in einem gemütlichen Sessel am flackernden Gaskamin platziert und bekommt ein Glas der hauseigenen Bio-Bubbles gereicht – nice!

Danach empfiehlt sich ein entspanntes Bad in einem der Thermal Outdoor Hot Tubs, von denen sich die beiden kleinen privat reservieren lassen. Gäste können aus verschiedenen Experiences wählen, darunter geführte Nature Walks, Star Gazing, Cheese Making Classes und eine Imker-Experience. Und auch fürs Dinner müssen sie das Anwesen nicht verlassen: Nur wenige Schritte entfernt liegt das historische Mount Lofty House Estate mit Hardy's Bar und zwei Restaurants. Casual geht's im Martha Hardy's zu, Hardy's Verandah serviert Fine Dining. Sommelier Kye Watkins ist ein Erlebnis für sich und holt mit ansteckender Begeisterung das Interessanteste hervor, was die lokale Weinkultur zu bieten hat – auf die man hier zu Recht stolz wie Bolle ist. Wankt man anschließend satt, glücklich und todmüde in eine der 14 großzügig gestalteten Suiten, kann man dort noch per Knopfdruck den Gaskamin einschalten, bevor man in süße Träume versinkt – von Charlie, der Koala-Dame, die alle paar Tage bei ihrem Lieblingsbaum am Parkplatz vorbeischaut.

Kontakt für Reiseprofis: Georgia Hayman, Rooms Division Manager

Fotos: Sequoia Lodge (3), Aaron Citti (1)

Southern Ocean Lodge

Kangaroo Island

Die Arrival Experience könnte eindrucksvoller nicht sein: Man betritt den rundum verglasten Great Room mit einem von der Decke hängenden Kamin und Mega-Ausblick auf den Ozean. In dem – nicht zu fassen! – pünktlich zu meiner Ankunft Delfine herumplanschen. Well played, Southern Ocean Lodge! Dann wird man auf einem zum Meer hin ausgerichteten Mini-Sofa platziert, bekommt Bubbles und Finger-Sandwiches gereicht und bespricht mit einem Mitarbeiter das Ausflugsprogramm. Hier ist genaue Kunden-Kommunikation wichtig! Für die im Übernachtungspreis enthaltenen Signature Experiences werden die Gäste einfach "verhaftet" – aussuchen ist nicht. Sagen wir’s mal so: Alle Ausflugsziele waren großartig, daher dürfte sich der Ungemach in Grenzen halten. Was Eure Kunden aber auf jeden Fall wissen sollten: Alle Touren finden in der Gruppe mit anderen Gästen statt. Und die Guides der Lodge sind junge Work & Travel-Menschen aus aller Welt – die zum Teil selbst noch nicht sehr lange auf der Insel leben. Alle haben ihre Fakten gut gelernt, aber längst nicht alle haben Luxury Hospitality inhaliert. Natürlich kann man seinen Kunden aber auch individuelle Guides von einer DMC wie Exceptional Kangaroo Island (Trade-Kontakt: Managing Director Craig Wickham) hinzubuchen.

Ich wohne in einer der 20 Flinders Suites (Foto) – Entry Level Category auf diesem Niveau ist eine feine Sache. Das Bett und die runde Couch sind zum Ozean hin ausgerichtet, auch von der Badewanne aus habe ich perfekten Blick auf Wellen und Garten – in den zu meiner Begeisterung gleich am ersten Tag ein Känguru hopst, um zarte Blüten abzuknabbern. Der kleine Ethanol-Kamin, der jeden Abend vom Turn Down Service entzündet wird, und die gut bestückte, inkludierte Mini-Bar sorgen für zusätzliche Gemütlichkeit. Für sehr anspruchsvolle Kunden eignen sich die beiden Remarkable Suites (2 Bedrooms) oder die Osprey Suite mit 270-Grad-Blick, die sich am Ende des ellenlangen Lodge-Gebäudes befindet. Top-Kategorie ist der todschicke Baillie Pavilion mit vier Schlafzimmern, den man auch nur zur Hälfte (2 BR) buchen kann. Alle Premium-Suiten punkten mit Weinkühlschrank, privaten Pools, Privattransfers zum Airport und privaten Ausflügen. Die Kulinarik in der Lodge zum Dinner ist Sterne-Niveau-verdächtig, die Frühstücksauswahl etwas überschaubarer, aber qualitativ tipptopp. Wer sich die Zeit zwischen den Ausflügen versüßen möchte, kann das im beheizten Pool, im Gym oder im Spa tun. Unser Tipp ist aber der Boardwalk, der durch üppiges Grün runter zum Strand führt. Krasse Brandung! Und wer genau hinschaut, entdeckt im Unterholz die scheuen Wallabys. Gut zu wissen: Kinder können erst ab zehn Jahren mitkommen.

Kontakt für Reiseprofis: Stephen Marshall, Vice President Global Sales, Beckons

Fotos: George Apostolidis (3); Jamie Alexander (1)

Sea Dragon

Kangaroo Island

Warmherzig. Unprätenziös. Und voller Kängurus! Die Sea Dragon Lodge liegt an der Ostseite von Kangoroo Island inmitten einer entzückenden, weitläufigen Anlage, durch die sich bald noch mehr private Wanderwege, Aussichtsplattformen und Picknickplätze ziehen sollen. Gäste können bei den 17 Einheiten aus vier Zimmerkategorien wählen. Die Top-Kategorie ist die Two Bedroom Luxury Ocean View Villa, die einzige Unterkunft mit Badewanne (draußen auf dem Balkon!). Sie liegt ein paar Gehminuten vom Haupthaus entfernt, auf Wunsch werden die Gäste den kurzen Weg geshuttlet. Wer lieber nah dran ist an Rezeption, Restaurant und Co., ist mit der Superior Ocean View Suite gut bedient. Alle Zimmer haben Skylights zum Sternegucken, unterscheiden sich aber leicht im Design. LuxusInsiders Style-Favorit sind die Premium Ocean View Rooms, die auch locker als Suite durchgehen könnten.

Die Kulinarik ist bodenständig und ohne Chi-Chi, aber von der Qualität her tipptopp. Das Lächeln des Teams kommt von Herzen – angefangen bei GM Jane Kelly. Auch ihre Stellvertreterin bleibt in bester Erinnerung, weil sie auch mal spätabends spontan ein Möbelstück erklimmt, um verängstigte Norddeutsche vor einem Mini-Spinnchen zu retten – ebenso wie Neuzugang Celine, die mit den Gästen tolle Gin oder Honey Tastings veranstaltet und die Kangaroo Walks begleitet: Spaziergänge über das Grundstück zum Sonnenuntergang, wenn die unzähligen Kängurus umherhoppeln und sich entspannt fotografieren lassen. Wer mag, kann auch eine Schafe-Scheren-Experience oder eine private Leuchtturm-Besichtigung auf dem hoteleigenen Grundstück buchen. Sollte man auch: Die Guides der Lodge sind sensationell und eine echte Bereicherung des Aufenthalts! Aber apropos Leuchtturm: Zu dessen Füßen entsteht zur Zeit ein neues, öffentlich zugängliches Visitor Center samt Café, das von der Sea Dragon Lodge betrieben wird. Die Eröffnung ist für Oktober 2026 geplant.

Kontakt für Reiseprofis: Greg und Alice Summit, Co-Owner · weitere Infos gibt's auf der Trade-Website

Fotos: Sea Dragon Kangaroo Island (3); LuxusInsider (1)

EOS by Sky City

Adelaide

Nein, das hier ist nicht das superkuschelige kleine Hideaway mit Familienanschluss. Das EOS setzt auf andere Stärken: Etwa auf 120 extrem geräumige Zimmer, vor allem für ein City-Hotel – schon mein Allure Room (Entry Category) hat rund 50 Quadratmeter. Auf große Balkone mit Ausblick auf den Fluss Torrens und das berühmte Sportstadion Adelaide Oval, das ein bisschen wie ein UFO anmutet. Auf sleekes, skandinavisch anmutendes Design in eleganten Farbtönen wie grau, creme und schwarz. Und auf riesige Badezimmer mit separater, freistehender Badewanne schon bei der Einstiegskategorie – auch wenn Luxuskunden vermutlich die Oasis Suites and Radiance River Suites bevorzugen. Und die oberen Zehntausend bringt man am besten in der Grace Villa unter, die sich mit ihren zwei Schlafzimmern gaaaanz oben im Hochhaus über 305 Quadratmeter erstreckt. Platz genug für eine private Sauna und ein eigenes Gym. Top-Verkaufspunkt: In diesem Hotel kreucht und krabbelt nix, Australien geht auch ohne Insekten. Dass ein Casino im Haus ist – geschenkt. Da muss man weder hin noch durchlaufen, wenn man nicht möchte – ich habe während meines Aufenthalts keinen Quadratmeter davon gesehen.

Und auch hier gilt die alte Hotelweisheit: Lage, Lage, Lage. Das Hotel befindet sich im Zentrum Adelaides wenige Gehminuten von diversen Shops und Restaurants entfernt. Und auch, wenn man das bei derart großen Unterkünften nicht immer vermutet: Der Service ist engagiert und hochprofessionell – was vor allem auffällt, wenn was schief läuft. In meinem Fall eine übermüdete Chefredakteurin, die am sehr frühen Morgen erst kurz vor dem Airport merkt, dass sie ihr Handy im Zimmer liegen gelassen hat. Nicht gut… ! Den Chauffeur gebeten, dass er im Hotel anruft und sich bis zur Rezeption durchfragt, während er es mit den einsetzenden morgendlichen Berufsverkehr aufnimmt. Dem Rezeptionisten exakt erklärt, wo das Telefon liegt. Um es 15 Minuten später beim Vorfahren sofort durchs Autofenster gereicht zu bekommen. Es gibt sie also: Mitarbeiter, die alle Extra-Meilen für schusselige Gäste gehen. Flug noch erwischt, Handy wieder an der Frau. Halleluja!!! Und ein fettes DANKE ans Hotel-Team!

Kontakt für Reiseprofis: Corinne O'Connor, Sales Manager

Fotos: Sam Noonan (2), Russell Millard (1), SkyCity Adelaide (1)

Longitude 131

Yulara / Uluru

Dass diese Hotellegende in unseren Empfehlungen auftaucht, ist für erfahrene Reiseverkäufer vermutlich keine Überraschung. Ihre Ausschließlichkeit vielleicht schon: Sollte es hier keine freien Kapazitäten geben, legt Euren Kunden bitte dringend ans Herz, die Reisedaten zu ändern. Alternativen für anspruchsvolle (und sauberkeitsliebende) Kunden gibt es am weltberühmten Uluru schlicht und ergreifend nicht. Dichter ran kommt man zum Übernachten übrigens auch nicht: Longitude 131 liegt nur 20 Kilometer vom rostroten Felsen entfernt und bietet an unzähligen Stellen freien Blick auf das Monument, dessen Farbspiel gerade zu Sonnenauf- und -untergang spektakulär ist. Gäste wohnen in einem der 15 One-Bedroom Luxury Tents (die sich nur durch den View unterscheiden) mit kürzlich renovierten Badezimmern oder im Dune Pavilion, der den Aufpreis ganz bestimmt wert ist: Sensationelle Ausblicke werden mit eigens angefertigten Designermöbeln kombiniert. Dahinter steckt der renommierte Architekt Max Pritchard, der auch die Southern Ocean Lodge entworfen hat. Dies ist die einzige Zimmerkategorie mit privatem Plunge Pool, zudem finden hier vier Gäste Platz.

Es gilt ein Minimum Stay von zwei Nächten, aber die braucht man auch, um den Uluru in all seinen Schattierungen zu genießen. Und: Hier draußen macht sich das Talent der Australier, Experiences zu kreieren, an jeder Ecke bemerkbar. Man könnte einen Felsen einen Felsen sein lassen – oder sich überlegen, wie man ihn für Besucher emotional erlebbar macht. Vier dieser typischen Signature-Erlebnisse sind für Gäste von Longitude 131 inkludiert, dabei gilt dasselbe Konzept wie bei der Southern Ocean Lodge, da beide zu Beckons gehören – einer Dachmarke, die die ehemaligen Baillie Lodges und Tierra Hotels vereint: Es wird nicht ausgewählt, sondern eingebucht. Etwa die Uluru Sunset Experience, das berühmte Field of Light oder das elegante Dinner-Erlebnis Table 131. Wer weitere Touren hinzubuchen möchte, sollte das frühzeitig tun! Zudem ist alle zwei Monate ein Resident Artist zu Gast, dem man über die Schulter schauen kann. Auch ein Abstecher ins Spa lohnt sich: Hier gibt's nicht nur Anwendungen mit Inhaltsstoffen aus der Wüste, die an indigene Rituale angelehnt sind, sondern noch mehr coole Kunst. Gut zu wissen: Am hoteleigenen Heli-Pad werden die Gäste für Rundflüge direkt eingesammelt. Und: Kinder sind ab zehn Jahren willkommen.

Kontakt für Reiseprofis: Stephen Marshall, Vice President Global Sales, Beckons

Fotos: George Apostolidis (4)

REDAKTIONELLER HINWEIS – Die hier beschriebenen Hotels und Erlebnisse wurden im Rahmen einer Pressereise von Tourism Australia recherchiert. Dies hatte selbstverständlich keinerlei Einfluss auf die Inhalte dieses Themenschwerpunkts.

Kontakte für Reiseprofis:

Tourism Australia: Eva Seller, Regional General Manager Continental Europe · tourism.australia.com

South Australia Tourism Commission: Christine Klein, Marketing Manager DACH · trade.southaustralia.com/special-interest/luxury-experiences

Northern Territory: Julia Rohrbacher, Market Manager Germany – Agentur New Age Marketing · northernterritory.com/de/de

Insider-Tipps

Foto: LuxusInsider

Adelaide Central Market

Die großen, prallen Weintrauben sehen aus, als wären sie geradewegs einem Werbespot entsprungen, an jeder Ecke duftet es verführerisch nach lokalen Spezialitäten und den Fischhändlern gelingt das Kunststück, dass ihre Stände so gut wie geruchsfrei sind (die Hamburgerin zieht ihren Hut!): Der Adelaide Central Market hat gerade völlig zu Recht den dritten Platz im internationalen Ranking einer großen Reiseversicherung belegt – an der Abstimmung über die besten Wochenmärkte haben 400.000 Menschen teilgenommen! Wer sich hier kostenlos durchprobieren, spannende Hintergründe zu den bunten Ständen erfahren und zudem noch von dem ein oder anderen Rabatt profitieren möchte, ist mit einem privaten Rundgang mit Flamboyance Tours gut beraten. Insbesondere in der Zukunft: Aktuell werden 600 Millionen AUS-Dollar in den Ausbau des Markets investiert, so dass es künftig noch mehr zu entdecken gibt.

Kontakt: Katina Vangopoulos, Owner flamboyancetours.com.au

Foto: LuxusInsider

Adelaide Botanic Garden

Ein Rundgang durch einen Botanischen Garten – bestimmt nice, aber bringt das die Augen zum Strahlen und wird zu einem Highlight des Aufenthalts? Ja, wenn man sich mit Guide Iteka Ukarla Sanderson-Bromley (Foto) von Bookabee Tours auf eine "Aboriginal Native Plant and Social History Tour" begibt. Sämtliche Müdigkeit verfliegt spätestens dann, wenn sie die Verwendungen der Aborigines für den Bunya Nut Tree erklärt und dabei ganz casual einen der gigantischen Zapfen schwenkt. Ähm ja – wir glauben gern, dass die Ureinwohner diese Dinger erst abschneiden, bevor sie es sich unter dem Baum gemütlich machen! Auch sonst ist ihr Wissen über die Beziehungen zwischen Tier- und Pflanzenreich und dem Alltag der Aborigines faszinierend. Richtig cool: Sie bleibt auch bei Fragen zu anderen Themen (Wieso genau darf niemand mehr auf den Uluru klettern?) total entspannt und hilft, die Perspektive der Ureinwohner einzunehmen.

Kontakt: Lele Sanderson, Managing Director bookabee.com.au

Foto: LuxusInsider

Remarkable Rocks

Auf Kangaroo Island gibt's unzählige Kängurus – das ist wenig überraschend. Auch, dass man putzige Koalas, stachelige Schnabeligel und neugierige Ohrenrobben trifft, ist zu erwarten. Aber dass die Remarkable Rocks im Flinders Chase National Park ihrem Namen so gerecht werden, das hätte die Autorin dieser Zeilen dann doch nicht erwartet. Denn die bizarr verwitterten Felsen sind in der Tat absolut bemerkenswert – und der perfekte Ort für ein Instagram-Fotoshooting. Ganz in der Nähe befindet sich der ebenfalls spektakulär zerklüftete Admirals Arch. Beide Sehenswürdigkeiten (und noch einiges mehr) besucht man auf der eintägigen Flinders Chase Focus Tour der DMC Exceptional Kangaroo Island. Und ja, es ist hier draußen windig – ermuntert Eure Kunden, den Ausflug auch bei "Wind und Wetter" zu machen – je stärker es pustet, desto eindrucksvoller klatschen die Wellen gegen die Felsküste!

Kontakt: Craig Wickham, Managing Director exceptionalkangarooisland.com

Foto: LuxusInsider

Alice Springs Expeditions

Eure Kunden sind absolute Individualisten mit einem Hang zum Soft Adventure? Dann ist John Stafford Euer Mann. Mit seinem Anbieter Alice Springs Expeditions strickt er individuelle Ein- und Mehrtagesexpeditionen im Northern Territory exakt nach den Wünschen der Kunden. Ob Luxushotel oder eine aufregende Nacht im Zelt auf seinem Allrad-Fahrzeug – John macht's möglich. Ganz nebenbei kocht er für seine Gäste (natürlich nach einer Vorbesprechung über deren persönliche Vorlieben), taucht mit ihnen tief in die Kultur des Gastlandes ein, erspäht unterwegs schwarze Kakadus und die kleinen Thorny Devils (Foto) und hat ein feines Gespür dafür, ob der jeweilige Gast von ihm etwas erfahren möchte oder sich eher einen Zuhörer wünscht. Sein Netzwerk ermöglicht den Gästen Erlebnisse, die der Öffentlichkeit eigentlich nicht zugänglich sind. Und wer sich nach typisch australischen Süßigkeiten erkundigt, bekommt beim nächsten Raststätten-Stopp einen Monatsvorrat zum Durchprobieren in die Hand gedrückt.

Kontakt: John Stafford, Owner alicespringsexpeditions.com.au

Foto: Voyages Tourism Australia/Matt Lambley

Sunrise Journeys

Der Tag beginnt extrem früh und ein unbarmherziger Wind pfeift einem um die Nase – jetzt im Herbst kann es nachts in der Wüste schon mal bibberkalt werden. Dafür wird man tagsüber am Uluru nicht von Fliegenschwärmen verfolgt, eindeutig ein Vorteil. Teilnehmer der Experience Sunrise Journeys werden kurz vor Tagesanbruch zu einer liebevoll gestalteten Holzplattform gebracht, mit Decken und Heißgetränken versorgt und dann geht es auch schon los: Ein auf einem Gemälde von drei Anangu-Künstlerinnen basierendes Licht- und Klangerlebnis leuchtet auf dem Wüstenboden und einzelnen Bäumen auf. Im Hintergrund kann man die Umrisse des Uluru erahnen. Untermalt von Musik und Audio-Aufnahmen vermitteln die Künstlerinnen eine einzigartige weibliche Perspektive auf ihre Verbundenheit mit dem Land. Im Anschluss gibt's Frühstück mit Quandong-Chia-Pudding und Croissants mit geräuchertem Kängurufleisch und den Sonnenaufgang über dem Uluru. Gänsehaut pur – und nicht nur aufgrund des Wetters!

Kontakt: Das Buchungsportal von Voyages Tourism Australia

Foto: LuxusInsider

Helikopter-Rundflug

Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Geplant ist der 25-minütige Helikopter-Rundflug "Uluru & Kata Tjuta Helicopter Experience" mit dem Anbieter Professional Helicopter Services. Die Vorfreude ist groß, auch weil mir eine ältere Dame am Vortag nach genau diesem Ausflug zuzwinkert und sagt "Das Klischee stimmt: Ich habe noch nie einen unattraktiven Helikopter-Piloten gesehen…!" Abholung, Sicherheits-Einweisung und Erinnerungsfotos mit dem Heli laufen auch reibungslos. Doch dann springt der Motor nicht an, auch wenn das Team wirklich alles daran setzt, ihn zu starten. Und auch hier gilt: Qualität wird oft erst sichtbar, wenn's nicht rund läuft. Und schnell zeigt sich: Sicherheit und Komfort der Passagiere stehen jederzeit im Vordergrund, die Kommunikation mit den Gästen läuft einwandfrei, so dass selbst die ängstlichen Erstflieger im Grüppchen bald wieder lächeln. So soll es sein! Und da alle anderen Gäste von ihrem Flugerlebnis schwärmen, geben wir hier dennoch eine positive Empfehlung ab.

Kontakt: Anfrageformular für Reiseberater phs.com.au

Foto: Voyages Tourism Australia/Mark Pickthall

Field of Light

Wer kennt sie nicht, die berühmte Lichtinstallation des Künstlers Bruce Munro! Soeben feierte das Field of Light, das ursprünglich mal als einjähriges Projekt geplant war, sein zehnjähriges Bestehen. Und hat jetzt Neuigkeiten zu vermelden: Das Kunstwerk wird mindestens bis Ende 2029 am Uluru zu sehen sein. Die Installation besteht aus 50.000 solarbetriebenen Lichtstelen mit Lämpchen, die immer mal wieder die Farbe wechseln und von den Wildblumen der Wüste inspiriert wurden, die nach Regenfällen erblühen. Das Ganze ist übrigens größer, als man denkt: Field of Light umfasst eine Fläche von der Größe von sieben Fußballfeldern. Erst 2024 wurden sowohl die Lichttechnik als auch die Infrastruktur erneuert. Wem es nicht reicht, zwischen dem bunten Lämpchen-Teppich umherzuwandeln und nebenbei den unfassbaren Sternenhimmel zu bewundern, kann auch nach wie vor das Dinner-Erlebnis buchen, das jetzt ein neues Menü mit lokalen Zutaten wie Blinis mit geräuchertem Känguruh und Wattleseed-Falafel bietet.

Kontakt: Das Buchungsportal von Voyages Tourism Australia

Foto: LuxusInsider

Aborigine Kunst

Man muss wahrlich kein Kunst-Connaisseur sein, um hier ins Schwärmen zu geraten: Mitten im Zentrum des Touristenortes Yulara beim Uluru befindet sich die von Kathleen Agius (Foto) geleitete Gallery of Central Australia, eine Kunstgalerie, die mit 25 Art Centern in der westlichen und zentralen Wüste zusammenarbeitet – der Region, in der die berühmte Dot Art in den 1970ern entwickelt wurde. Täglich um 10.30 Uhr wird eine kostenlose Tour für Besucher angeboten. Im Verkaufsraum entdeckt man Gemälde, Holzarbeiten und auch einige günstigere Souvenirs, aber keinen Billig-Schrott. Jeden Monat kommen hier 200 neue Kunstwerke an – und werden meist ratz-fatz verkauft. Sechs Mal im Jahr findet das Artist in Residence Program statt, bei dem überwiegend weibliche Aborigine-KünstlerInnen eine Woche lang vor Ort malen. Achtung, Fettnäpfchen: Es geht dabei zwar darum, eine Verbindung aufzubauen, aber ausgefragt werden empfinden die Damen als unhöflich. Lieber hinsetzen, Klappe halten und zugucken!

Website: ayersrockresort.com.au/ experiences/goca-art-gallery

Foto: Voyages Tourism Australia

Tali Wiru

Puderzuckersand gibt's auch in rot – zum Beispiel auf dieser Düne, die die Gäste der Dinner-Experience Tali Wiru zu Beginn des Abends erklimmen. Oben angekommen spielt ein ausgesprochen versierter Einheimischer Didgeridoo, es gibt Willkommens-Bubbles und ungewöhnliche Canapés wie Känguru-Tatar, mit Zitronenmyrte verfeinerten Halloumi, Emu-Pastete und australische Blue Crab. Zwischen den Happen machen die Gäste fleißig Fotos von sich mit dem Uluru im Sonnenuntergang, der von hier allerdings nur klein und feeeeeern am Horizont zu sehen ist. Macht nichts, heute Abend spielen die Farben des Himmels, die exzellenten Weine und das Fine Dining die Hauptrolle. Nach Vor- und Hauptspeise taucht überraschend ein Aborigine mit dem coolsten Laserpointer der Welt auf und erklärt unterhaltsam den Sternenhimmel samt der dazugehörigen Folklore seines Volkes. Die Astro-Einlage kommt gut an! Im Anschluss gibt's Dessert, warme Decken und heiße Schokolade, während sich alle ums Lagerfeuer scharen. Ist wirklich schon Abfahrt zum Hotel… ?

Kontakt: Das Buchungsportal von Voyages Tourism Australia

Australien-Tourismus – Zahlen, Daten, Fakten

Gäste aus Deutschland

…reisten bis Ende Februar 2026 nach Australien (Ende des touristischen Geschäftsjahres). Das war ein Anstieg von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

der Besucher

…machen eine Urlaubsreise. Davon sind sagenhafte 67 Prozent Erstbesucher, nur ein gutes Drittel zählt zu den Australien-Wiederholern.

Australische Dollar

…geben die Deutschen pro Kopf und Reise aus. Und sie werden ihrem Ruf als Entdecker gerecht: Keine andere Nation reist hier so viel außerhalb der Städte.

Frage an die Branche: Kann Australien jetzt ganz groß rauskommen?

"Aktuell wird bei uns ganz Ozeanien nachgefragt, aber es kommen weniger Anfragen als zum selben Zeitpunkt im letzten Jahr. Es wird auch mehr nach 2027 gefragt, weil dann die weltweite geopolitische Situation als ruhiger eingeschätzt wird. Die meisten Kunden sind nach einer Australien-Reise aber so begeistert, dass sie wieder hin möchten – aber nicht gleich im nächsten Jahr. Zu Select Luxury Travel gehört ja Boomerang Reisen als Australien-Spezialist, dadurch haben wir viele Australien-Stammkunden. Das Land ist riesig und jedes Gebiet ist anders, so dass häufig insgesamt drei Reisen gemacht werden. Australien hat auf jeden Fall das Potenzial, auch Luxusreisende glücklich zu machen. Es gibt für jeden Anspruch passende Produkte. Luxus ist dort vor allem die Kombination aus hochwertigsten Unterkünften und atemberaubender Natur. Einige Luxusunterkünfte sind am besten per Helikopter zu erreichen – entsprechend wenig andere Menschen wird man antreffen. Hier hat man die gesamte Schönheit für sich. In den Städten ist die Auswahl an Fünf-Sterne-Hotels und Restaurants sehr groß – sie können perfekt in Kombination mit sportlichen Ausflügen oder Kulturerlebnissen gebucht werden, bis hin zu privaten Aborigines-Führungen, deren Vorfahren seit 60.000 Jahren hier leben – sehr beeindruckend! Wir sind überzeugt, dass Australien die beste Alternative zum Reiseziel USA ist. Es sind sehr viele Gemeinsamkeiten zu finden, nur oftmals schöner. Wir haben uns gerade an einem USA-Spezialisten beteiligt und bringen jetzt deren Stammgäste nach Australien. Die Städte etwa sind dort auch mit modernen Hochhäusern und romantischem alten Stadtkernen aus den Gründerzeiten gebaut, aber viel kleiner und aufgeräumter. Im Stadtpark trifft man manchmal Koalas und anstelle von Tauben begegnet man Kakadus. Im Outback sieht es wie im Wilden Westen aus, nur ohne Waffen und mit sehr wenigen Menschen. Und natürlich eignet es sich ebenfalls sehr gut für Mietwagen- oder Camper-Rundreisen."

Thomas Wiedau, Select Luxury Travel / Boomerang Reisen

Foto: Leah-Anne Thompson/stock.adobe.com

Fazit

Im US-Markt regieren bei Reisebuchungen in diesem Jahr die "drei großen A" – Afrika, Asien und Australien – wenn man den dortigen Fachmedien Glauben schenken darf. Eine spannende Kehrtwende, nachdem seit Covid die "drei großen I" (Italien, Irland und Island) ununterbrochen die Nase vorn hatten. Und der europäische Markt? Fürchtet sich mal wieder vor seinem eigenen Schatten und bucht vorsichtshalber… noch gar nichts. Dabei bietet sich Australien absolut an: Auch ohne Umstieg in Middle East gut zu erreichen. Randvoll mit einzigartigen Experiences. Luxushotels und -Lodges in allen relevanten Destinationen. Und eine perfekte Alternative zu den USA: Die Menschen sind supernett und aufgeschlossen, Shopping macht Spaß – UGG-Boots zum Schnäppchenpreis! – und die Natur ist der Oberhammer (der Wein übrigens auch – für Euch getestet). Zudem hat man die Relevanz des Luxussegments erkannt und will sich hier künftig gezielt platzieren. Wir empfehlen: Pionier sein und das Land den Kunden aktiv anbieten, bevor alle auf den Trichter kommen!

Text: Iris M. Köpke